Währungen
Yen stürzt ab, Euro legt zu

Das milliardenschwere Konjunkturpaket Japans hat den Yen auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gedrückt. Die Märkte zweifeln offenbar den Erfolg der Finanzspritze an. Der Euro zog hingegen an.
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FrankfurtDas Milliarden-Konjunkturpaket der japanischen Regierung hat den Yen auf ein neues Zweieinhalb-Jahres-Tief gedrückt. Der Dollar kletterte am Freitag bis auf 89,34 Yen – am Vortag hatte er noch bei 88,78 Yen notiert. Die größte Finanzspritze seit Ausbruch der Finanzkrise hat ein Volumen von umgerechnet fast 90 Milliarden Euro. „Der Devisenmarkt zieht offensichtlich in Zweifel, dass Abes erste große Initiative viel mehr bringt, als die Staatsschulden weiter in die Höhe zu treiben“, urteilte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Der neue Ministerpräsident Shinzo Abe hatte das Programm angekündigt, um die Wirtschaft nach dem Einbruch unter anderem durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima wieder in Schwung zu bringen.

Belastet wurde der Yen laut Händlern zudem von den anhaltenden Spekulationen auf eine weitere deutliche Lockerung der Geldpolitik in Japan. Die nächste Sitzung der japanischen Zentralbank findet am 21. und 22. Januar statt. Der Euro stieg bis auf 118,58 Yen und notierte damit so hoch wie seit Mai 2011 nicht mehr.

Zum Dollar erhielt der Euro auch weiter Rückenwind. Die Gemeinschaftswährung war mit 1,3279 Dollar so teuer wie zuletzt Mittwoch vergangener Woche. Analysten zufolge wirkten die Worte von EZB-Präsident Mario Draghi noch nach. Er hatte am Donnerstag nach dem Zinsentscheid von einer Stabilisierung der konjunkturellen Frühindikatoren gesprochen und damit am Devisenmarkt wieder für mehr Risikoappetit gesorgt. „Zwar war er nicht bereit, schon Entwarnung zu geben, dennoch ist eine weitere Zinssenkung gestern deutlich unwahrscheinlicher geworden“, schrieb Commerzbank-Experte Karpowitz in einem Kommentar. Die EZB hatte den Leitzins unverändert bei 0,75 Prozent gelassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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