Währungsturbulenzen: Schwellenländer an Finanzmärkten unter Druck

Währungsturbulenzen
Schwellenländer an Finanzmärkten unter Druck

In vergangenen Jahren waren sie die Lieblinge der Anleger - die Boomländer Asiens oder Südamerikas. Immer mehr Investoren kehren ihnen den Rücken. Währungsturbulenzen greifen massiv um sich. Ansteckungsgefahr droht.
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Frankfurt/Buenos AiresAn den Finanzmärkten haben große Schwellenländer auch zu Wochenbeginn unter massivem Druck gestanden. Der am Freitag begonnene Ausverkauf setzte sich am Montag fort. An zahlreichen Börsen gaben die Aktienkurse abermals deutlich nach. Viele Landeswährungen setzten ihren Sinkflug fort. Staatsanleihen verbuchten teils deutliche Kursverluste.

An den Börsen war der Kursrutsch in Indien und Indonesien besonders ausgeprägt, wo die Leitindizes um mehr als zwei Prozent nachgaben. Aber auch an anderen asiatischen Börsen fielen die Kurse kräftig. An der Börse in Tokio schloss der Leitindex Nikkei um mehr als 2,5 Prozent tiefer. Auch in Hongkong und Shanghai kam es zu deutlichen Rückschlägen, auch wegen der Sorgen über ein langsameres Wirtschaftswachstum in China.

In Jakarta standen indonesische Staatsanleihen unter erheblichem Druck. Auch in der Türkei und Südafrika stiegen die Risikoaufschläge für staatliche Schuldpapiere deutlich.

Am Devisenmarkt gaben die türkische Lira und der südafrikanische Rand zunächst besonders kräftig nach. Beide Währungen werteten zum amerikanischen Dollar um mehr als ein Prozent ab. Die Lira fällt schon seit Tagen von einem Rekordtief zum nächsten. Seit Jahresbeginn betragen die Verluste zum US-Dollar etwa neun Prozent.

Der Kursverfall an den Finanzmärkten großer Schwellenländer hatte sich am Freitag drastisch zugespitzt. Ein Auslöser war die Entwicklung in Argentinien, wo die Notenbank zunächst die Kopplung des Peso an den amerikanischen Dollar gelockert und dann einen Teil der Devisenkontrollen aufgehoben hatte. Als schwerwiegendster Grund gilt jedoch die zusehends geringere Geldschwemme aus den USA. Die US-Notenbank Fed will ihre extrem lockere Geldpolitik im Jahresverlauf schrittweise zurückführen.

Hinzu kommen spezifische Probleme in den jeweiligen Schwellenländern, die teils politischer Natur, teils wirtschaftlicher Art sind. Unter besonderem Druck stehen Länder, die wegen großer Handelsdefizite stark abhängig von ausländischem Kapital sind. Unter Investoren haben sich Indien, Indonesien, die Türkei, Brasilien und Südafrika herauskristallisiert. Sie werden als die „fragilen Fünf“ bezeichnet. Experten warnen vor Ansteckungsgefahren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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