Wal-Mart und Apple verleihen Schub
US-Börsen deutlich im Plus

Trotz erneut steigernder Ölpreise haben die amerikanischen Aktienbörsen nach dem langen Feiertagswochenende Kursgewinne verbucht. Geholfen haben dabei am Dienstag das überraschend starke Umsatzwachstum des US-Einzelhandelskonzerns Wal-Mart sowie ein positiver Analystenkommentar zum Computerkonzern Apple.

HB NEW YORK. Der Dow Jones Index der Standardwerte verließ den Handel 0,66 % höher mit 10 372 Punkten, nachdem er im Verlauf zwischen 10 389 und 10 283 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,88 % auf 1205 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq zog um 1,04 % auf 2079 Punkte an. Am Montag waren die US-Aktien- und -Rohstoffmärkte wegen des US-Unabhängigkeitstags geschlossen.

Händlern zufolge wurde durch die Wal-Mart-Zahlen die Sorge der Anleger gedämpft, hohe Energiekosten könnten die US-Verbraucher zur Kaufzurückhaltung veranlassen. Zudem seien Investoren durch eine Empfehlung des Prudential-Anlagestrategen Ed Keon zu Käufen ermutigt worden. Nach dessen Einschätzung sollten Anleger mit entsprechender Risikobereitschaft ihre Portfolios zu 100 % auf Aktien umschichten.

Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart hatte am Wochenende einen um 4,5 % gestiegenen vorläufigen Umsatz im Juni - und damit den höchsten monatlichen Zuwachs seit 13 Monaten - bekannt gegeben. Die Börse honorierte dies mit einem kräftigen Aufschlag auf den Kurs der Aktien von rund 3,15 % auf 49,80 Dollar.

Attraktiv blieben die Titel führender Energiekonzerne, wie Exxon Mobil oder ConocoPhillips, angesichts der steigenden Ölpreise. Die im Dow gelisteten Exxon-Papiere verteuerten sich um mehr als drei Prozent auf 60,14 Dollar, die Titel von ConocoPhilips um fast vier Prozent auf 61,27 Dollar. Furcht vor Lieferunterbrechungen aus den Vorkommen im Golf von Mexiko zu Beginn der Hurrikan-Saison hatte die Ölpreise beiderseits des Atlantiks in die Höhe getrieben.

Schwefelarmes US-Öl verteuerte sich zeitweise um einen Dollar und erreichte damit fast wieder die Marke von 60 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter). „Wenn man die Ölpreise betrachtet, sind 60 Dollar etwas, was wir sehr genau beobachten sollten“, sagte Bernie Myszkowski vom Finanzkonzern ABN Amro. Stephen Carl von der Williams Capital Group fügte hinzu: „Das Öl ist seit einigen Monaten die treibende Kraft“. Teures Öl bedeutet steigende Ausgaben für Unternehmen vor allem in energieintensiven Wirtschaftszweigen - etwa in den Branchen Transport oder Chemie - und sorgt zudem für Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

Die Anhebung der Gewinnprognose des Computerkonzerns Apple für das dritte Quartal durch die Investmentbank J.P. Morgan lockte ebenfalls die Investoren an. Der Apple-Aktienkurs zog um mehr als vier Prozent auf 37,98 Dollar an. Gefragt waren zudem die Papiere des Medizintechnik-Unternehmens Boston Scientific , nachdem der größere Konkurrent Johnson & Johnson im Streit um zwei Patente vor Gericht den Kürzeren gezogen hatte. Der Kurs der Boston-Scientific-Papiere schnellte um knapp 6,4 % auf 28,60 Dollar in die Höhe, während Johnson & Johnson leicht niedriger mit 64,85 Dollar angeschrieben wurden.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,38 Mrd. Aktien den Besitzer. 2181 Werte legten zu, 1148 gaben nach und 135 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,42 Mrd. Aktien 2058 im Plus, 1014 im Minus und 138 unverändert. An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 15/32 auf 100-3/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,113 %. Die 30-jährigen Bonds gaben im Kurs um 1-5/32 auf 115-14/32 Punkte nach. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,366 %.

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