Wall-Street-Ausblick: Die Risikolust kehrt zurück

Wall-Street-Ausblick
Die Risikolust kehrt zurück

Gute Daten, gute Stimmung: An den US-Börsen dürfte die kommende Woche Anleger aus der Reserve locken. Auch einige Schwergewichte legen Zahlen vor und zeigen an, wohin die Reise der Wirtschaft nun geht. Der Ausblick.
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New YorkDie US-Börsen könnten in der kommenden Woche zu einem neuen Höhenflug ansetzen. Nach ermutigenden Konjunkturdaten und besser als erwartet ausgefallenen Unternehmenszahlen wächst die Risikofreude der Anleger wieder. Sie setzen darauf, dass die an Schwung gewinnende Bilanzsaison und die Aussicht auf eine Entspannung im US-Haushaltsstreit die Kurse weiter antreibt. Daneben könnte vor allem ein anhaltend starker Kapitalzufluss aus niedrig verzinsten Wertpapieren den Markt beflügeln. "Aus Rendite-Sicht sind Aktien immer noch ein sehr gutes Geschäft, und es ist daher einleuchtend, dass das Geld in den Aktienmarkt fließt", sagte Analyst Stephen Massocca von Wedbush Morgan. "Die Leute wollen nicht in eine Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit investieren, die eine Rendite von 1,8 Prozent hat."

Die entscheidenden Impulse dürften Experten zufolge von den Quartalszahlen besonders konjunkturempfindlicher Industriekonzerne kommen. Besonders im Blickpunkt stünden die Bilanzen von United Technologies am Mittwoch und Honeywell am Freitag, sagte Michael Yoshikami von Destination Wealth Management. "Diese Zahlen werden die Richtung weisen, die die Wirtschaft einschlägt."

Der Dow-Jones -Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P-500 waren in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit fünf Jahren geklettert. Beim S&P ist ein neues Allzeit-Hoch sogar nicht mehr weit entfernt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq konnte nicht ganz so kräftig zulegen. Auch aus diesem Sektor werden eine ganze Reihe von Quartalszahlen erwartet. Allerdings hat der Markt hier die Latte nach einigen Enttäuschungen deutlich heruntergehängt. So legt der Chiphersteller AMD am Dienstag seine Zahlen vor. Es wird erwartet, dass er unter den sinkenden PC-Verkäufen leidet. Erst am Freitag waren die AMD-Aktien um mehr als zehn Prozent eingebrochen nach enttäuschenden Quartalszahlen von Branchenprimus Intel.

Als weitere Börsenschwergewichte informieren am Dienstag die Technologiekonzerne Google und IBM sowie der Chemiekonzern Dupont am Dienstag über ihre Geschäfte. Mit Spannung blicken die Anleger auch auf Apple am Mittwoch, nachdem Zeitungen zuletzt von einer etwas enttäuschenden Nachfrage nach dem neuen iPhone 5 berichtet hatten. Am Donnerstag folgen Microsoft und der Mischkonzern 3M sowie am Freitag das Konsumgüterunternehmen Procter & Gamble.

Auf Konjunkturseite stehen erneut Daten vom Häuser- und vom Arbeitsmarkt im Mittelpunkt, nachdem sie schon in der Vorwoche Hoffnungen auf eine Erholung der US-Wirtschaft genährt hatten. Hier warten die Anleger auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag und den Eigenheimabsatz im Dezember am Freitag. Auch in dem seit Monaten schwelenden Haushaltsstreit bahnte sich eine Entspannung an. Die Republikaner im Repräsentantenhaus ziehen einen Gesetzentwurf zur Erhöhung des Schuldenlimits in Betracht, so dass die weltgrößten Volkswirtschaft zumindest ein Vierteljahr länger ihre Rechnungen begleichen kann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nach L U S T kommt F R U S T !

    (1.Hauptsatz der Geld-Dynamik)

  • Hm. Euroeinführung --> Löhne halbiert --> Binnennachfrage sinkt --> Finanzkrise --> Leben (z.B. Wohnen, Ernährung, Autofahren)inflationiert sittenwidrig --> Revolution.

  • @Henry
    Die Zahlen mögen alle richtig sein, aber an der Börse wird nun einmal die Zukunft gehandelt. Wenn abzusehen ist, dass die Krise in ca. 1-2 Jahren vorbei ist, entsteht Optimismus. Dieser beflügelt die Börsen.

    Dahinter steckt mehr als nur das Prinzip Hoffnung: Wenn die Wirtschaft in der Krise steckt, fangen die Firmen an zu rationalisieren:

    - Abbau unnötiger Arbeitsplätze
    - Abbau ineffizienter Strukturen (z.B. Bürokratieabbau)
    - Erschließung neuer Märkte
    - Investitionen in Forschung + Entwicklung neuer Produkte

    Hinzu kommt, dass durch die hohe Arbeitslosigkeit das allgemeine Lohnniveau sinkt. Auf einem flexiblen Arbeitsmarkt richten sich die Löhne nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.

    niedrige Löhne --> günstigere Preise --> höherer Absatz --> neue Arbeitsplätze...

    Auch die Regierungen werden alles daran setzen, die Wirtschaft anzukurbeln durch Strukturreformen: Flexibilisierung des Arbeitsmarkts (Lockerung des Kündigungsschutzes...), Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft usw.

    Fazit: In jeder Krise stecken auch Chancen.

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