Wall Street Ausblick
Die Woche der Wahrheit

Der Börsenstart von Alibaba verlief fulminant und die US Börsen eilen von einem Rekord zum nächsten. Hält der Bullenmarkt an? Was die neue Woche an der Wall Street den Anlegern bringt.
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Nach der Party kommt der Alltag. Anleger auf der ganzen Welt fragen sich zum Start der neuen Woche, ob der fulminante Börsenstart von Alibaba an der New Yorker Börse bestand hat. Am Freitag sprang die Aktie zum Start an der New Yorker Börse überraschend deutlich auf 92,70 Dollar. Das war ein Plus von mehr als 36 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

Zwischenzeitig schnellte der Kurs sogar bis auf 99,70 Dollar hoch. Zum Handelsschluss landete das Papier mit 93,89 Dollar bei einem Plus von gut 38 Prozent. Alibabas Aktienpremiere war ein Projekt der Superlative: 320 Millionen Anteilsscheine zum Ausgabepreis von 68 Dollar, Emissionserlös 21,8 Milliarden Dollar. Mit den Zeichnungsrechten der Investmentbanken erreicht das Volumen 25 Milliarden Dollar. Es ist damit der bisher größte Börsengang. Ob das Kursfeuerwerk Bestand hat, muss sich aber noch zeigen.

Alibaba ist nicht der einzige Grund, warum Anleger mit Spannung auf die neue Woche an der Wall Street schauen. Die Vorzeichen stehen gut. Denn die Aussicht auf eine anhaltende Geldschwemme der Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks sowie ein schwächerer Euro -Wechselkurs dürften die Anleger bei Laune halten.

Und die Laune ist schon bisher alles andere als schlecht. Der Dow-Jones-Index und S&P-500-Index blieben in der abgelaufenen Woche auf Rekordkurs. Der Dow gewann auf Wochensicht 1,7 Prozent und schloss bei 17.279 Punkten, der S&P-500 kletterte im Wochenvergleich 1,3 Prozent auf 2010 Zähler und die Nasdaq 0,3 Prozent auf 4579 Punkte.

Die politischen Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine wurden an der Börse zuletzt ausgeblendet. "Ich frage mich was noch passieren müsste, dass es wirklich ernsthaft nach unten geht", sagte Postbank-Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein. Vor allem die Aussicht auf längerfristig niedrige US-Zinsen lockt die Anleger weiter in Aktien. Darüber hinaus wetten viele auf umfassende Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB), im Börsenjargon Quantitative Easing (QE) genannt.

Der zuletzt starke Dollar bereitet den Anlegern an der New Yorker Börse langsam Kopfzerbrechen. Eine ganze Reihe von Unternehmen - von Konsumgüterproduzenten bis zu Technologiefirmen und Ölkonzernen - werde die Bewegung am Devisenmarkt schmerzhaft zu spüren bekommen, erklärte Larry Glazer von Mayflower Adivsors. Die Anleger hoffen jedoch gleichzeitig, dass die Negativ-Effekte von den positiven Nebenwirkungen eines starken Dollar wettgemacht werden. Vor allem die Konsumenten können beim Einkauf Geld sparen und anderweitig ausgeben.

In den USA dürften die am Donnerstag anstehenden Auftragseingänge langlebiger Güter im August ein deutliches Minus von geschätzten 17 Prozent aufweisen. Dieses hat nach Einschätzung der BayernLB aber wenig Aussagekraft. Denn die Juli-Daten seien überaus gut gewesen, nachdem in dem Monat Aufträge des Flugzeugbauers Boeing wegen der Präsentation eines neuen Flugzeugtyps in die Höhe geschossen waren. Am Donnerstag stehen Quartalszahlen von Nike und H&M an. Am Dienstag bleibt die Börse in Tokio wegen eines Feiertages geschlossen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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