Wall-Street-Ausblick
Einstieg in den Ausstieg am Mittwoch?

Alle Augen auf Ben: Nach monatelangem Warten könnte Fed-Chef Bernanke Mitte der Woche die Drosselung der Anleihekäufe verkünden. Unternehmensseitig stehen Oracle und der Logistiker FedEx im Fokus.
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Frankfurt/New YorkAn den weltweiten Börsen haben sich die Händler den kommenden Mittwoch dick angestrichen: Nach monatelangem Warten wird die US-Notenbank dann wohl die Katze aus dem Sack lassen und die Drosselung ihrer Anleihenkäufe verkünden. In den vergangenen fünf Jahren hat die Fed zur Stützung der Wirtschaft insgesamt 2,75 Billionen Dollar in den Geldmarkt gepumpt und damit auch den Aktienmarkt beflügelt.

"Die Entwicklung des Aktienmarktes wird stark davon abhängen, was die Fed sagt", sagt Kapitalmarktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Fed-Chef Ben Bernanke müsse klar abstecken, wie lange es dauert, bis ein nächster Schritt kommt. "Wenn es eine klare Linie gibt, dann könnten die Börsen sogar steigen. Wenn nicht, dann geht es mit der Nervosität weiter - und die Kurse dürften fallen."

Die US-Notenbank berät Dienstag und Mittwoch über ihren geldpolitischen Kurs. Seit einem dreiviertel Jahr pumpt die Fed über den Kauf von Immobilienpapieren und Staatsanleihen jeden Monat 85 Milliarden Dollar in die Märkte und leistet damit eine ordentliche Anschubhilfe. Seit Bernanke Ende Mai erstmals ein Zurückfahren der monatlichen Geldflut angedeutete hatte, hat die Unsicherheit über das weitere Vorgehen die Märkte in Bewegung gehalten.

Allerdings hat die Fed zuletzt wiederholt ihre Absicht zum schrittweisen "Exit" erklärt. Damit müssten die Händler eigentlich vorbereitet sein, einen Kurseinbruch erwartet daher kaum jemand. Einer jüngsten Reuters-Umfrage zufolge gehen Volkswirte davon aus, dass die Fed zunächst zehn Milliarden Dollar weniger als bislang in den Aufkauf stecken wird.

Am Finanzmarkt wird die nun heraufziehende geldpolitische Wende vor allem deshalb mit gemischten Gefühlen erwartet, weil nicht klar ist, ob sie ohne Verwerfungen an den Börsen gelingen wird. Helaba-Analyst Christian Apelt ist sich dennoch sehr sicher: "Nach mehrmonatiger Diskussion über das Herunterfahren ihrer Wertpapierkäufe wird die Federal Reserve nun ihren Worten Taten folgen lassen."

Bereits seit Mai, als Bernanke erstmals über den "Exit" laut nachdachte, ist klar, dass die Fed noch in diesem Jahr den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal nehmen wird. Konkret bedeutet dies zunächst, dass weniger Staats- und Immobilienpapiere aufgekauft werden und damit weniger Geld in die Wirtschaft gepumpt wird. Über die Frage, wie stark Bernanke auf die Bremse treten wird, streiten sich die Experten. Das Gros erwartet allerdings, dass er die bisherige monatliche Summe von 85 Milliarden Dollar um zehn auf 75 Milliarden reduziert wird. Es dürfte sich also nur um den Einstieg in den Ausstieg aus der Krisenpolitik der Fed handeln. Deren Konjunkturhilfen dürften schätzungsweise noch bis Mitte 2014 schrittweise zurückgefahren werden.

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  • Griechenland und andere Euro-Länder werden ihre nationalen Währungen wieder einführen. Mit dem Wechselkurs sind Rettungsschirme nicht mehr nötig. Die Wirtschaftswettbewerbsfähigkeit dieser Länder würde sich schlagartig verbessern

    Der Euro könnte weiterhin als internationale Verrechnungseinheit dienen. Demzufolge wären die Schulden in Euro abzutragen.

    Zusätzlich würde ein ausgehandelter Schuldenschnitt erst ab der Einführung von den nationalen Währungen realisiert. Vorher gibt es keinen Schuldenschnitt. Den Schuldenschnitt gibt es nur, wenn nationale Währungen wiedereingeführt sind.

    Um Währungsspekulationen zu verhindern, ist eine Währungs-Handelssperre an den Börsen zu verordnen. So sind Spekulationen von den entsprechenden Währungen für mehrere Wochen ausgeschlossen.

    Wo ein Wille ist gibt es auch einen geordneten Weg aus dem Euro-Ausstieg. Dieser Ausstieg aus der Gemeinschaftswährung hätte sei vielen Jahren vorbereitet werden müssen. Aber, die Politiker der Altparteien haben sich von falschen Beratern veralbern und blenden lassen. Die Politiker der Altparteien unternehmen nichts.

    Die Alternative für Deutschland will das Problem schnell angehen. Vernünftige Lösungen bieten die Ökonomen in der Alternative für Deutschland (AfD) seit Jahren. Gib der AfD (dem Frieden) eine Chance.

  • Nun das Optimum sieht vor, das Internet auf rechsstaatliche Inhalte zu reduzieren (oder wenn technisch nicht durchsetzbar, auf nicht vorbestrafte Nutzer zu beschränken). Oder aber alle Information von der Rechtsstaatlichkeit zu entkoppeln (Verlagsrechte, illegale Bilder und Texte, ect.). Der zweite Weg wird präferiert, da dieser die Eigenverantwortlichkeit stärkt und nicht in die freie Entfaltung der Persönlichkeit eingreift. Der Mittelweg einer Strafverfolgung innerhalb eines globalen Informationflusses, setzt zumindest ein Zeugnis, ein Training für die Nutzung des Internets voraus. So wie ein Führerschein die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sichern soll. Dieses Training beinhaltet alle Straftaten, die im Internet verfolgt werden können und entsprechende Software, um einer möglicherweise (unbeabsichtigten) illegalen Nutzung vorzubeugen. Es kann argumentiert werden, dass der Aufruf einer Webseite , die zusammen mit illegalen Webseiten auf dem selben Server liegt, Beihilfe für kriminelle Handlungen darstellt. Die Serverauslastung trägt nämlich zur Kostenreduktion bei und ermöglicht so die Bereitstellung von illegalen Inhalten, die durch legale mitfinanziert werden. Nichtwissen um ein Gesetzesbruch stellt ja bekanntlich kein Alibi dar...

  • O-Ton Oliver Stock
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    Ich möchte es Ihnen möglichst leicht machen, Ihre Meinung hier niederzuschreiben, denn wir bei Handelsblatt Online sehen uns als Plattform für Diskussionen.
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    Selten so gelacht.

    Bei den sogenannten "Topthemen" (O-Ton Handelsblatt) gibt es keine Kommentarfunktion:

    "USA und Russland einig über Giftgas-Entwaffnung"

    "Milliardenforderung an Deutschland: Linkspartei widerspricht griechischer Syriza"

    "Frankreich will feiern – Deutschland guckt zu"

    Ebensowenig bei den aktuellen Themen:

    12:00 "Ingrid" richtet Chaos in Mexiko an
    11:52 Lanxess will zukaufen
    11:28 Eigentlich ist Gold geschmacklos

    Die Ausrede der Zensur - "Pöbeleien" - ist unglaubwürdig.

    Zumindest bei den Kommentaren zu "Frankreich will feiern – Deutschland guckt zu" war davon nicht sehr viel zu sehen.

    Weshalb ich davon ausgehe, daß hier ein Zensor einfach politisch unliebsame Meinungsäußerungen brutal gelöscht hat.

    ...

    Wer die Meinungsfreiheit in Deutschland wiederherstellen möchte, der sollte am 22.September der NPD seine Stimme geben.

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