Wall-Street-Ausblick: In der neuen Woche blickt alles auf die Fed

Wall-Street-Ausblick
In der neuen Woche blickt alles auf die Fed

Die Aktienmärkte sind seit ein paar Tagen plötzlich auf Moll gestimmt. Vor allem aus den Schwellenländern droht Unheil. Die Krise dort könnte auf die großen Aktienmärkte überschwappen. Die Unruhe wächst.
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New YorkDie Anleger dies- und jenseits des Atlantiks dürften in der neuen Woche vor allem auf ein Ereignis schielen: die Ratssitzung der Fed. Investoren rätseln derzeit, wie schnell die US-Notenbank ihre milliardenschweren Anleihenkäufe zurückfahren wird. Bislang hat die Fed ihre monatlichen Bondkäufe um zehn auf 75 Milliarden Dollar gekappt. Ein Ausverkauf droht. Die Furcht vor einer zu raschen Straffung der US-Geldpoltik und einer Abkühlung der Weltwirtschaft schickte bereits in der vergangenen Woche die Währungen von Schwellenländern auf Talfahrt und brachte die Börsen in den Industriestaaten ins Rutschen.

„Der Ausverkauf wird noch schlimmer, bevor es wieder besser wird“, sagte Lorne Baring, Geschäftsführer von B Capital Wealth Management. Die schlechte Stimmung in den Schwellenländern schwappe auf die Industriestaaten über. Viel könnte daher mal wieder von der US-Notenbank abhängen. „Sollten die Notenbanker ihre Geldspritzen zunächst nicht weiter verringern, dürften die Märkte das sicherlich wohlwollend auffassen“, prognostiziert Wolfgang Duwe, Stratege bei der Bremer Landesbank. Auch ein neuer Anlauf auf die 10.000 Punkte sei am deutschen Aktienmarkt denkbar. „Diese Marke hat einfach eine zu große Anziehungskraft – früher oder später wird sie fallen.“

In der abgelaufenen Woche haben die Anleger allerdings den Rückzug angetreten: Am Freitag fiel der Dax um 2,5 Prozent auf 9392 Punkte. Das ist der größte Tagesverlust seit sieben Monaten. Im Vergleich zur Vorwoche büßte er 3,6 Prozent ein. Der EuroStoxx50 gab 2,9 Prozent auf 3028 Zähler nach. An der Wall Street verloren Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 alle um die zwei Prozent. Sorgen bereiteten den Anlegern enttäuschende Konjunkturdaten aus China und den USA. Zudem sorgte die Kapitalflucht aus den Schwellenländern für Verunsicherung, die die Währungen von Staaten wie Brasilien, Südafrika oder der Türkei auf Talfahrt schickte. Auch die Währungskrise in Argentinien belastete.

Mit großer Aufmerksamkeit dürften Investoren daher die anstehenden Wirtschaftsdaten verfolgen. In den USA werden neben den neuesten Zahlen zum Immobilienmarkt (Montag), auch das Verbrauchervertrauen (Dienstag) sowie die Schätzung des Wirtschaftswachstums für das vierte Quartal 2013 (Donnerstag) veröffentlicht. Commerzbank-Analyst Christoph Balz erwartet, dass die US-Wirtschaft die Haushaltskrise gut überstanden hat und im Schlussquartal mit 3,2 Prozent gewachsen ist.

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