Wall-Street-Ausblick: Klippensturz ist für US-Börsen nicht das Ende der Welt

Wall-Street-Ausblick
Klippensturz ist für US-Börsen nicht das Ende der Welt

Zum Jahreswechsel entscheidet sich, ob die USA die Fiskalklippe hinabstürzen oder nicht. Für die Wall Street wäre das kein Drama. Die Börsianer sehen genügend Handlungsspielraum, um die gefürchtete Rezession abzuwenden.
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New YorkEin Termin verliert seinen Schrecken: In der neuen Woche entscheidet sich zwar, ob die USA zum Jahreswechsel die sogenannte Fiskalklippe hinabstürzen - aber für die Wall Street wäre das nicht das Ende der Welt. Denn auch wenn der Haushaltsstreit nicht noch 2012 beigelegt wird, sehen Börsianer genügend Spielraum, um die gefürchtete Rezession zu verhindern. "Die Dinge werden gelöst", sagt Vermögensverwalter Richard Weiss von American Century Investments. „Vielleicht nur nicht in einem guten Zeitrahmen.“

Am Wochenende sollte neue Bewegung in die Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern kommen, nachdem ein Spitzentreffen am Freitag keine Annäherung gebracht hatte. Die beiden Senatsabgeordneten Harry Reid von den Demokraten und Mitch McConnell von den Republikanern wurden beauftragt, bis spätestens Sonntag einen Kompromiss auszuarbeiten. Hauptstreitpunkt ist das Thema Steuern: Präsident Barack Obama will Anhebungen für Spitzenverdiener, was die Republikaner ablehnen. Obama zeigte sich dennoch „verhalten optimistisch“, dass in letzter Minute doch noch eine Vereinbarung erzielt wird.

Kommt diese nicht bis Montag zustande, dann treten automatisch massive Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft, die auf Dauer zu einer schweren Belastung für die weltgrößte Volkswirtschaft werden könnten. Doch bis diese Änderungen ihre schädlichen Wirkungen entfalten, sei noch ausreichend Zeit für eine Verständigung, argumentieren Marktstrategen. Sie setzen darauf, dass die Politik in Washington so oder so zu Potte kommt und rechtzeitig einige der Automatismen der Fiskalklippe wieder aufhebt. Das Ergebnis werde nicht völlig überzeugend sein, aber es werde reichen, um die Investoren zufriedenzustellen, lautet der Tenor.

Carmine Grigoli von Mizuho Securities USA rechnet nicht mit exzessiven Kursausschlägen. „Die Erwartungen sind sehr niedrig derzeit“, sagt Grigoli. Die größte Angst haben Anleger davor, dass der Streit über die Fiskalpolitik in einigen Wochen zu einem Grabenkampf um die Schuldengrenze eskaliert - wie es 2011 bereits der Fall gewesen war. Sollte es diesmal keine Einigung auf eine neue Grenze geben, droht schlimmstenfalls der Zahlungsausfall. Die Konsequenzen wären eine Herabstufung der Bonität und Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Die Haushaltsverhandlungen rücken an den US-Börsen Rüstungsaktien in den Mittelpunkt. Branchengrößen wie General Dynamics könnten von den drohenden Ausgabenstreichungen des Staates betroffen sein. Aktuell steht der Sektor am Aktienmarkt glänzend da. Der Branchenindex PHLX Defense notierte zuletzt weniger als ein Prozent unter seinem am 20. Dezember markierten Rekordhoch. Am Freitag dürfte das Augenmerk der Anleger dem Arbeitsmarktbericht für Dezember gelten. Er wird nach Einschätzung von Volkswirten eine Fortsetzung des Stellenwachstums zeigen.

 

Kommentare zu "Klippensturz ist für US-Börsen nicht das Ende der Welt"

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  • draghis-loyalitaet-gegenueber-goldman-sachs-blossgestellt


    http://news.eirna.com/512121/draghis-loyalitaet-gegenueber-goldman-sachs-blossgestellt

  • Wollt ihr mal die wahren Zahlen?

    Hier! Abseits der Mainstream Medien...

    http://theeconomiccollapseblog.com/

    http://theeconomiccollapseblog.com/archives/19-facts-about-the-deindustrialization-of-america-that-will-blow-your-mind

    http://endoftheamericandream.com/

    http://endoftheamericandream.com/archives/category/economic-crisis

  • USA deindustrialisiert

    http://theeconomiccollapseblog.com/archives/19-facts-about-the-deindustrialization-of-america-that-will-blow-your-mind

  • Bitter. Wie lange werden sich die einfachen Menschen diese extremem Klientelpolitik gefallen lassen? Und das bei dieser Bewaffnung der Privathaushalte. Ich hoffe, dass dies nicht in einer gewaltsamen Eskalation gipfelt. Im Ünrigen glaube ich an eine Prseudoeinigung und an stark fallende Aktienmärkte. Ich habe daher alle Aktien verkauft, obgleich ich noch Anfang Dezember eine Quote von 99% hatte. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass USA politisch tot, weil entscheidungsunfähig ist. Eine Katastrophe für die größte Volkswirtschaft der Welt.

  • USA volkswirtschaftlich gesehen pleite...

    http://theeconomiccollapseblog.com/

    LaRoucheMovement against free trade and for protectionism!

    http://www.larouchepac.com

  • Mit dem ESM sind wir auf dem richtigen Weg :-)

  • "Kommt diese (Vereinbarung) nicht bis Montag zustande, dann treten automatisch massive Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft, die auf Dauer zu einer schweren Belastung für die weltgrößte Volkswirtschaft werden könnten. "

    Ich versteh' da wohl was falsch? Dann geht's der US-Wirtschaft also blendend und Obama will das beenden?

  • Ich kann mir darunter immer noch nicht ganz vorstellen, dass hohe politischen Beamten aus Washington und eventuell auch einige maechtigen Banken auf solcher hohen politischen Ebene dieses Countdownszenario den Boesianern aus aller Welt,zunaechst mit den schlimmsten Folgen gedroht hat, dann haben sie sozusagen ziemich gute Gewinne abgezockt. Und dann kommen sie jetzt her und verkuendet das gegenteilige Geschehen nach dem Cliffsturz, dass es eigentlich doch nicht zu wild sein wird......
    Ich habe mal wieder was gelernt. Letztes Mal hatte ich durch die Krise mit Greece auch schon viele Unstimmigkeiten an Geruechten etc....viel Zeit zum Nachdenken gehabt, ob wir noch auf zivilisierte Nachrichtenquellen Wie Europa und America Vertrauen schenken koennen. Es gib dann keine verantwortliche und zugleich auch zuverlaessige Stelle fuer solche Angelegenheiten mehr? Oder hat eine echte Demokratie doch einen noch weit hoeheren Preis, als jeder von uns schon kennen
    Chokechai Phuket - Thailand

  • Ich frage mich, warum in den sog. Verfassungen der Länder hüben wie drüben Richtlinien festgelegt werden, die dann regelmäßig gekippt werden, wenn die jeweilige Grenze überschritten wird, obwohl sie als Schutzmaßnahmen gedacht waren.

  • seit Wochen werden wir hinsichtlich des drohenden Horror-Szenarios zugetextet und jetzt soll es plötzlich garnicht mehr so schlimm sein?! Also sind wir entweder wochenlang an der Nase rumgeführt worden oder wird werden jetzt an der Nase rumgeführt

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