Wall-Street-Ausblick
Rekordjagd mit zittrigen Knien

Getragen von der Welle billigen Zentralbank-Geldes eilen die Börsen von Rekord zu Rekord. Nicht wenige Experten warnen aber, dass der aktuelle Aufwärtstrend auf unsicheren Beinen steht. Ein Blick auf die US-Börsen.
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New YorkEgal ob Dax oder Dow : Getragen von der Welle billigen Zentralbank-Geldes eilen die internationalen Aktienmärkte derzeit von einem Rekord zum nächsten. Einige Analysten warnen jedoch, dass der Aufwärtstrend auf wackligen Beinen steht. "Die Weltwirtschaft dürfte sich in diesem Jahr zwar erholen, aber die Risiken haben insgesamt zugenommen", sagt Matthias Thiel, Kapitalmarktstratege bei MM Warburg. Vor allem in der Euro-Zone, aber auch in den USA hätten die Frühindikatoren zuletzt alles anderes als überzeugt.

Rückschläge im Dax sind für den Experten daher nicht ausgeschlossen. Der deutsche Leitindex hat in der abgelaufenen Woche das Rekordhoch aus dem Jahr 2007 geknackt und stieg in der Spitze auf 8.358,23 Zähler. Er schloss am Freitagnachmittag 0,2 Prozent höher bei 8.278,59 Zählern. Auch an der Wall Street ging es zuletzt munter bergauf: Das weltweit wichtigste Börsenbarometer, der Dow-Jones-Index, ging am Freitag bei 15.118 Punkten ebenfalls 0,2 Prozent stärker aus dem Handel.

Optimistischer über den weiteren Kursverlauf zeigten sich viele US-Analysten: Angesichts des starken Jahresstarts sei eine Fortsetzung des Auftriebs nicht unwahrscheinlich: "Wir könnten eine Überraschungsrally im Mai erleben", sagte Ryan Detrick von Schaeffers's Investment Research in Ohio.

In den kommenden Tagen könnte sich zeigen, ob es den Anlegern weiterhin gelingt, das Thema Konjunktur so erfolgreich auszublenden. Nach Einschätzung der Commerzbank dürften zumindest die BIP-Daten aus dem Euro-Raum (Mittwoch) für Ernüchterung sorgen. Analysten erwarten, dass die Wirtschaft in der Währungsunion zum Jahresauftakt erneut geschrumpft ist. Zudem sei das Risiko gestiegen, dass sich die Konjunktur auch im Frühjahr nicht spürbar beleben werde, prognostiziert Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf.

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum dürfte auch auf dem Eurofinanzminister-Treffen zu Wochenbeginn in Brüssel diskutiert werden. Viele Anleger hoffen auf eine zunehmende Abkehr von den Sparanstrengungen, weil das die Wachstumsaussichten der Peripherieländer zumindest kurzfristig verbessern sollte.

US-Einzelhandelsumsätze könnten enttäuschen

In den USA könnten die Einzelhandelsumsätze am Montag für Enttäuschung sorgen. Nach der schwachen Entwicklung im März zeichne sich auch für April ein Rückgang ab, denn der Autoabsatz habe deutlich nachgegeben, heißt es in einem Kommentar der Postbank. Die Analysten rechnen mit einem Minus von 0,5 Prozent. Ebenfalls auf der Agenda stehen unter anderem die US-Baubeginne wie auch der Philly-Fed-Index (jeweils Donnerstag).

Auf deutscher Seite gibt am Dienstag der ZEW-Index Hinweise auf den möglichen Konjunkturverlauf. Die Stimmung unter den Analysten dürfte sich angesichts zuletzt überzeugender Auftrags- und Produktionsdaten aufgehellt haben, prognostizieren die Postbank-Analysten. Im Schnitt rechnen Experten im Mai mit einem Anstieg des Index auf 38,5 von 36,3 Zählern.

Letzte Telekom-HV unter Obermann

Während in den USA die große Flut an Unternehmensberichten bereits vorbei ist, dürften die Konzerne die Anleger hierzulande weiter auf Trab halten. Von besonderem Interesse ist das Zahlenwerk von ThyssenKrupp (Mittwoch). Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter kündigte bereits an, auch in diesem Jahr nicht aus den roten Zahlen herauszukommen. Nach den Negativschlagzeilen der vergangenen Monate sehnt sich die gebeutelte Stahlbranche nach guten Nachrichten.

Ebenfalls Einblick in ihre Bücher gewähren unter anderem K+S, Aurubis (jeweils Dienstag), RWE und SMA Solar (jeweils Mittwoch). In den USA dürften besonders die Quartalszahlen von Cisco (Mittwoch) sowie J.C.Penney und Wal-Mart (Beide Donnerstag) auf Interesse stoßen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es gibt zwei Dax
    Den Dax-Performance-Index, in dem die jährlichen Dividenden hineingerechnet werden, allgmein als unser Dax bekannt....und ziemlich irreführend

    Und den Dax-Kurs-Index, der die echte Wertentwicklung enthält und mit dem DOW vergleichbar ist.
    Dieser Dax Kurs-Index ist noch mehr als 30 % von seinen Hüchstständen entfernt.
    Sie brauchen also bis ca 9500 Dax-Perormance-Index nicht in ängstliche Schnappatmung verfallen.
    Siehe Dax-Kurs-Index hier:
    http://www.onvista.de/index/DAX-KURS-Index-1966970?ID_NOTATION=1966970&MONTHS=180#chart

  • "Vielleicht das Beste: Ausgeben und sich ein schönes Leben machen."

    Oder anders ausgedrückt sich mehr auf das SEIN und weniger auf das HABEN konzentrieren. Das Geld/Vermögen gehört uns eh nicht. Wir sind nur aktuelle Besitzer und es gibt viele, die es uns gerne abnehmen möchten.

    Also ist die Frage auch zum Teil, wodurch kann ich das HABEN (oder das, was ich für solches halte), denn am besten (vor dem Zugriff anderer) schützen.

  • Versuchen Sie es doch mal mit edlen Vollblütern. Die kann ich zur Not auch aufessen. Ansonsten laufen und poppen die Viecher den Kontostand immer höher.

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