Wall-Street-Ausblick: Und wieder droht die Klippe

Wall-Street-Ausblick
Und wieder droht die Klippe

Wie vor dem Jahresende naht im Streit um den US-Haushalt der Showdown zwischen Demokraten und Republikanern. Doch die Märkte reagieren dieses Mal gelassen. Andere politische Fragen belasten dagegen die US-Börsen sehr.
  • 0

New YorkNach wochenlanger Ruhe rückt an der Wall Street die Politik wieder in den Vordergrund. Sollten Demokraten und Republikaner den US-Haushaltsstreit nicht bis zum 1. März beilegen, treten automatische Ausgabenkürzungen über 85 Milliarden Dollar in Kraft. Im Gegensatz zum Jahresende, als die drohende Fiskalklippe Händler nervös machte und den Markt über Wochen im Griff hatte, herrscht nun aber Gelassenheit. Und das, obwohl der Regierung die Zahlungsunfähigkeit droht. "Das ist ein heißes Eisen in Washington, treibt die Investoren aber nicht um", urteilt Marktstratege Fred Dickson von D.A. Davidson & Co.

Zu Jahresbeginn gab es nur eine Einigung auf Zeit. Die Gefahr einer Fiskalklippe wurde um rund drei Monate auf Anfang März hinausgezögert. Der Markt reagierte euphorisch und legte seitdem zu. In der letzten Woche hielten sich die Anleger erstmals seit Anfang Januar jedoch zurück. Der Standard & Poor's 500 verzeichnete auf Wochensicht Verluste. Eine mögliche Abkehr der US-Notenbank Fed von ihrer ultralockeren Geldpolitik hatte auf die Stimmung gedrückt. Weitere Aufschlüsse erwarten sich Anleger von Fed-Chef Ben Bernanke bei seinem Bericht zur Währungspolitik und zur Wirtschaftsentwicklung im Bankenausschuss des US-Senats am Dienstag und Mittwoch.

Aber auch die Parlamentswahl in Italien am Sonntag und Montag wirft ihre Schatten voraus. Anleger fürchten ein Comeback des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, auch wenn die meisten Investoren darauf setzen, dass Pier Luigi Bersani von der sozialdemokratisch orientierten Demokratischen Partei die Macht übernimmt und die Reformen zur Schuldenbekämpfung weiter fortsetzt. "Europa war in den vergangenen sechs Wochen kein großes Thema für den Aktienmarkt, aber die Probleme sind ja nicht verschwunden", sagt Analyst Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Die Italien-Wahl könnte Europa wieder in den Blickpunkt der Anleger rücken.

Daneben dürfte auch die zweite Schätzung des US-BIP für das vierte Quartal am Donnerstag die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich ziehen. Einige Analysten rechnen mit einer Revision nach oben, nachdem in der Zwischenzeit veröffentlichte Daten darauf schließen lassen. Der ersten Schätzung zufolge erlitt die US-Wirtschaft zum Ende des letzten Jahres überraschend einen Schwächeanfall und schrumpfte erstmals seit dem Krisenjahr 2009. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich vorläufigen Daten zufolge aufs Jahr hochgerechnet um 0,1 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wall-Street-Ausblick: Und wieder droht die Klippe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%