Wall Street-Ausblick
US-Anleger brauchen Klarheit

Die Fed lässt sich nicht in die Karten schauen. Die Händler können nur spekulieren, wann die US-Notenbank ihr Anleihekaufprogramm drosselt. Außerdem im Fokus: Die Daten zur Wirtschaftsleistung im zweiten Jahresquartal.
  • 0

New YorkDie Aktienmärkte weltweit stehen vor einer weiteren Woche voller Unsicherheit. Mit Spannung warten die Investoren auf jegliche Anzeichen darauf, wann und vor allem in welchem Umfang die US-Notenbank Fed damit beginnt, ihre Staatsanleihenkäufe zu drosseln. Bei dem urlaubsbedingt dünnen Handel werden sich die Börsianer zwar auf größere Kursausschläge von Tag zu Tag einstellen müssen. Unter dem Strich könnte die neue Börsenwoche jedoch für Dax, Dow und Co. zum Nullsummenspiel werden.

"Der deutsche Aktienmarkt wird seine Sommerkonsolidierung wohl vorerst fortsetzen", sagt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp. Die Unsicherheit über das weitere Vorgehen der US-Notenbank, Sorgen um die Entwicklung in den Schwellenländer und sinkende Gewinnerwartungen für deutsche Unternehmen dürften seiner Meinung nach belasten. Zwar ist das Interesse der Investoren an den Aktienmärkten in Deutschland und den USA laut Alexander Lukas vom Vermögensverwalter Weberbank grundsätzlich nach wie vor hoch. "Allerdings fehlen derzeit die Impulse."

In der ablaufenden Börsenwoche kamen wichtige Indizes nicht vom Fleck: Der Dax gewann auf Wochensicht 0,4 Prozent. Der EuroStoxx50 legte 0,5 Prozent zu. Der US-Leitindex Dow Jones verlor 0,5 Prozent, der S&P gewann 0,5 Prozent, die Nasdaq 1,5 Prozent.
Wann setzt die Fed die Märkte auf Entzug?

Nach dem Abebben der Bilanzsaison ruht das Augenmerk der Anleger vor allem auf der US-Konjunktur, von deren Erholung die US-Notenbank Fed einen schrittweisen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik (Tapering) abhängig macht. Die meisten Ökonomen setzen mittlerweile auf ein baldiges Abebben der großen Geldflut der US-Notenbank. Laut einer Reuters-Umfrage erwarten knapp drei Viertel der Volkswirte, dass die Federal Reserve im September den Fuß vom Gas nimmt. Die Experten gehen davon aus, dass die Notenbank in einem ersten Schritt das Volumen der monatlichen Ankäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapiere um 15 Milliarden Dollar verringern wird. Derzeit kauft sie noch Papiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

Kommentare zu " Wall Street-Ausblick: US-Anleger brauchen Klarheit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%