Wall Street Ausblick
US-Anleger warten auf Unternehmensbilanzen

Am Mittwoch fällt der Startschuss für die Bilanzsaison in den USA. Als erstes Unternehmen wird Alcoa seine Zahlen vorlegen. Börsianer rechnen aber mit Kursrückgängen – vor allem wegen der geopolitischen Krisen.
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FrankfurtAktienanleger müssen sich Börsianern zufolge in der neuen Woche auf größere Kursausschläge einstellen. „Da kaum Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen auf dem Terminplan stehen, rücken die Krisenherde wieder in den Blickpunkt“, sagt Aktienmarkt-Experte Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank

Anleger beobachteten unter anderem die brüchige Waffenruhe in der Ukraine und die Ausbreitung der Seuche Ebola sehr aufmerksam. Für Unruhe sorge auch das mögliche Eingreifen der Türkei in den Kampf gegen die IS-Miliz in Syrien und dem Irak, fügt Sonnenschein hinzu. In der alten Woche drückten die Unruhen in Hongkong und der erste Ebola-Fall in den USA den Dax rund drei Prozent ins Minus.

Für einen positiven Ausklang der Handelswoche und Gewinne an der Wall Street sorgten am Freitag Daten vom US-Arbeitsmarkt. Im September schufen Firmen 248.000 neue Jobs in den USA und damit deutlich mehr als von Ökonomen erwartet. Dies stütze die Einschätzung, dass die weltgrößte Volkswirtschaft weiter wachse, nicht aber so stark, dass die US-Notenbank die seit der Finanzkrise 2008 extrem niedrigen Zinsen rasch anheben werde, sagten Börsianer. Der Dow Jones schloss am Freitag mit einem Plus von 1,24 Prozent bei 17.009 Punkten. Auch der S&P 500 legte 1,12 Prozent zu und schloss bei 1967 Punkten.

Hinweise darauf, wann dies geschehen wird, erhoffen sich Anleger von der Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Ratssitzung am Mittwoch. Am selben Tag tritt die Führung der Bank von England (BoE) zusammen, um über die Geldpolitik zu diskutieren. Die Ergebnisse werden am Donnerstag veröffentlicht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist dagegen auf dem entgegengesetzten Weg. Sie will mit milliardenschweren Geldspritzen der schwächelnden heimischen Konjunktur auf die Sprünge helfen. „Dabei muss sie aber darauf achten, den Bogen nicht zu überspannen“, betont Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Dies sei für Notenbank-Chef Mario Draghi ein kommunikatorischer Drahtseilakt. Aus diesem Grund werde die Analyse seiner jüngsten Aussagen bis in die neue Woche andauern, fügt Basse hinzu.

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