Wall-Street-Ausblick
US-Anleger zwischen Konjunkturhoffnung und Syrien-Krise

Ein möglicher US-Militärschlag gegen Syrien wird die Wall Street wohl auch in der kommenden Woche beschäftigen. Positive Impulse könnten dagegen die US-Einzelhandelsumsätze am Freitag liefern.
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Frankfurt/New YorkDen Anlegern an den internationalen Aktienbörsen steht eine wechselhafte Woche bevor. Börsianern zufolge könnte es zu stärkeren Kursschwankungen kommen. Für Auftrieb könnten einerseits Hoffnungen auf ein beschleunigtes Wachstum der Weltwirtschaft sorgen. Belastend bleibt andererseits die Unsicherheit in der Syrien-Krise. „Die neue Woche wird womöglich eine erhöhte Volatilität bringen“, sagte Investmentstratege Tim Ghriskey von Solaris Group. „Der Markt wird sehr empfänglich für Gerüchte sein“, ergänzte Kollege Quincy Krosby von Prudential Financial.

Der US-Kongress wird wahrscheinlich in den kommenden Tagen über einen Militärschlag gegen Syrien beraten. Die große Frage sei, ob sich aus einer solchen Aktion ein längerer Konflikt entwickle, stellte Ghriskey fest. Diese könne sich dann negativ auf die Aktienmärkte auswirken. Optimistischer zeigten sich die Analysten der Landesbank Berlin. „Zwar bleibt der von der US-Regierung geplante Militärschlag gegen das syrische Regime weiterhin ein potenzieller Risikofaktor“, räumten sie ein. „Allerdings dürfte diesem nicht das Gewicht zukommen, um das sich verbessernde Konjunkturumfeld entscheidend infrage zu stellen.“ In der abgelaufenen Woche legten der Dax 2,1 Prozent und Dow Jones um 0,8 Prozent zu.

Die Experten der HSH Nordbank prognostizierten, wegen der zu erwarteten positiven US-Konjunkturdaten werde auch der Dollar weiter aufwerten. Die Weltleitwährung profitiere zudem vor dem Hintergrund der Syrien-Krise von ihrem Status als „sicherer Anlagehafen“. Die HSH-Analysten sagen für die neue Woche einen Euro -Kurs zwischen 1,3000 und 1,3250 Dollar voraus.

Der Kalender der Konjunkturdaten ist relativ dünn bestückt. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf die US-Einzelhandelsumsätze am Freitag. Am selben Tag steht außerdem noch der von Reuters und der Universität von Michigan ermittelte Index des US-Verbrauchervertrauens auf der Agenda.

Von diesen Daten erhoffen sich Anleger Hinweise darauf, ob der Fed-Offenmarktausschuss bereits auf seiner Sitzung Mitte September die geldpolitischen Zügel anzieht. Von Reuters befragte Primärhändler gehen davon aus, dass dies der Fall sein wird. Sie erwarten allerdings zugleich, dass die Notenbank dabei vorsichtig vorgeht und ihre Wertpapierkäufe zunächst moderater zurückfahren wird als zuletzt gedacht.

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