Wall-Street-Ausblick
US-Börsen im Bann der Quartalszahlen

Was bringt die Woche für die US-Börsen? In erster Linie Quartalsberichte. Im Fokus stehen die Technologiewerte von Google bis Microsoft. Experten rechnen mit positiven Überraschungen – weil die Stimmung so schlecht ist.
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New YorkIn den USA kommt die Berichtssaison so richtig in Fahrt - und die Anleger richten sich darauf ein, dass sie nach dem verhaltenen Auftakt in der abgelaufenen Woche auch in der neuen nicht viel Gutes zu hören bekommen. Eine ganze Reihe von Börsenschwergewichten legt in den kommenden Tagen Zahlen vor, darunter General Electric, Microsoft, Google, Intel und IBM. Im Fokus stehen außerdem Finanzwerte. Erwartet werden die Geschäftsberichte von Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Die Investoren werden aber auch weiterhin mit Argusaugen den Kampf gegen die europäische Schuldenkrise verfolgen, ebenso wie die Entwicklung der Konjunktur in China.

Vorsicht sei eindeutig angesagt, solange es nach einer weiteren Belastung der Geschäftszahlen durch Europa und China aussehe, sagte Michael Loewengart von E-Trade Financial in New York. Vielleicht werde es sogar ein paar positive Überraschungen geben angesichts dessen, dass die Stimmung insgesamt „so pessimistisch“ sei. „Aber wir könnten trotzdem beträchtliche Verluste erleiden, wenn die Nachrichten schlecht sind.“

Genau prüfen werden die Börsianer die Zahlen der Technologieriesen. Aus den Ergebnissen ließen sich womöglich gut Rückschlüsse auf Unternehmensausgaben insgesamt schließen, sagte John Carey von Pioneer Investment Management in Boston. „Und das wird uns einen Eindruck über die Erwartungen der Unternehmen geben.“

Dutzende weitere Firmen legen ihre Zahlen bis Freitag vor, darunter McDonald's oder Johnson & Johnson. Eine ganze Reihe der Konzerne müssten die Erwartungen übertreffen, damit der Markt überhaupt irgendwie gestützt werden könne, sagte Wayne Kaufman von John Thomas Financial in New York. Insbesondere sei es wichtig, dass die großen Banken gut abschneiden würden. „JPMorgan und Wells Fargo haben uns nicht den Schub gegeben, auf den wir gehofft hatten.“ Besonders werde jetzt auf die Citigroup geachtet. Sollte deren Gewinn schlechter als erwartet ausfallen, würde ihn das auch negativer stimmen, was die Konjunktur im Allgemeinen angehe, sagte Kaufman.

Zum Schluss der abgelaufenen Woche hatten Sorgen vor sinkenden Gewinnmargen der Banken die Wall Street belastet. JP Morgan hatte - gestützt auf das Geschäft mit Immobilienkrediten - seinen Gewinn im dritten Quartal zwar um ein Drittel gesteigert. Auch Wells Fargo verzeichnete einen höheren Profit. Für Börsianer war dies zunächst ein Lichtblick nach den enttäuschenden Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa und des Chipherstellers AMD. Im Handelsverlauf zeigten sich die Anleger allerdings von der Einnahmenentwicklung bei Wells Fargo enttäuscht - und stießen auch Aktien anderer Geldhäuser ab.

Die US-Börsen verbuchten die schwächste Woche der vergangenen vier Monate. Überraschend positive Konjunkturdaten konnten die Verluste am Freitag nur noch eingrenzen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel kaum verändert bei 13.328 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1428 Punkten, ein Abschlag von 0,3 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 3044 Punkte. Auf Wochensicht verlor der Dow 2,1 Prozent, der S&P 2,2 Prozent und die Nasdaq 2,9 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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