Wall-Street-Ausblick
Wall Street hofft auf Bankenrückzahlungen

An der Wall Street wird sich die Aufmerksamkeit in der kommenden Woche einmal mehr auf den Finanzsektor richten. Erste Rückzahlungen der Banken von staatlichen Hilfsgeldern könnten die Hoffnung auf eine weitere Stabilisierung der Branche schüren und den Aktien Auftrieb geben. Dennoch herrscht bei Anlegern weiterhin Skepsis, ob sich die jüngste Rally fortsetzen kann.

HB NEW YORK. Aufschluss darüber könnten unter anderem anstehende Konjunkturdaten aus dem Einzelhandel und zur Stimmung der Verbraucher geben. Die Aufmerksamkeit der Investoren dürfte sich zudem auf den Ölpreis richten, der sich mittlerweile der 70-Dollar-Marke angenähert hat.

Mit Spannung erwartet wird vor allem, welche der vom Staat gestützten Banken als erstes grünes Licht für eine Rückzahlung der gewährten Hilfen erhalten. Der Schritt gilt als wichtiges psychologisches Signal für eine Stabilisierung des Bankensektors. "Aus Sicht der Märkte ist eine Rückzahlung sehr positiv, weil sie zeigt, dass privates Beteiligungskapital zur Finanzierung der Banken verfügbar ist", glaubt Marktstratege Marc Pado von Cantor Fitzgerald & Co.

Es gibt jedoch auch Befürchtungen, dass die Banken die Gelder zu früh zurückzahlen könnten und selektive Rückzahlungen einige Institute stigmatisieren könnten. "Die Leute könnten sich das ansehen und sagen, die konnten es zurückzahlen, aber andere konnten es nicht", warnt Doug Roberts von Channel Capital Research. "Es könnte Bedenken geben, dass die Regierung wieder einsteigen muss." Befürchtet wird auch, dass die Rückzahlungen der Wirtschaft Geld entziehen könnten, dass an Verbraucher und Unternehmen verliehen werden könnte.

Sorgen macht den Investoren langsam auch der steigende Ölpreis. "Wenn wir zu nah an die 70-Dollar-Marke kommen, stellt sich die Frage, ob der Anstieg zu einer Belastung für die Wirtschaft wird", sagt John Praveen von Prudential International Investments Advisers LLC. Am Freitag hatte der Preis für US-Leichtöl bereits kurzzeitig die 70-Dollar-Marke geknackt und damit ein Sieben-Monats-Hoch erreicht. Hinweise über den Zustand der Wirtschaft erwarten sich die Anleger am Mittwoch von der US-Notenbank Fed, die dann ihren Konjunkturbericht "Beige Book" veröffentlicht.

Am Freitag hatten die US-Börsen die Woche uneinheitlich beendet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,15 Prozent im Plus bei 8763 Punkten, im Wochenverlauf hatte der Index 3,1 Prozent zugelegt.

Die früheren Schwergewichte General Motors und Citigroup werden indes ab Montag nicht mehr im Dow vertreten sein: Der mittlerweile unter Gläubigerschutz stehende Autobauer wird durch den Netzwerkausrüster Cisco ersetzt, die Großbank Citigroup von dem Versicherer Travelers Companies abgelöst.

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