Wall Street
Aussicht auf Fed-Hilfen sorgt für gute Stimmung

Ben Bernanke verwehrt den Spekulanten zwar den erhofften neuen Geldregen, dennoch beflügelt die Hoffnung auf weitere Konjunkturhilfen die US-Börsen. Nach schwacher Eröffnung dreht die Wall Street ins Plus.
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Die Hoffnung auf weitere massive Konjunkturhilfen hat den US-Börsen am Freitag Auftrieb verliehen. Nach mehr als einem Monat verbuchten die Börsen erstmals wieder einen Wochengewinn. Nach der mit Spannung erwarteten Rede von Fed-Chef Ben Bernanke drehte die Wall Street nach einer zunächst schwachen Eröffnung ins Plus. Zwar verwehrte der Notenbanker Spekulanten den erhofften neuen Geldregen (QE3). Ende September soll der Offenmarktausschuss der Fed aber über weitere massive Konjunkturhilfen beraten. Bernanke zufolge ist die Fed „bereit“ zu handeln, um die Konjunktur zu stärken.

„Bernanke hat weder grünes noch rotes Licht für Fed-Hilfen gegeben. Aber indem er andeutete, dass die Inflation kein Problem sei, hält sich die Fed die Möglichkeiten offen“, sagte Kevin Caron, Stratege von Stifel Nicolaus in New Jersey. Zuletzt gebeutelte Technologiewerte gewannen. Microsoft und Intel legten 2,8 beziehungsweise 1,8 Prozent zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 1,2 Prozent auf 11.284 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 10.929 und 11.326 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 1,5 Prozent höher bei 1176 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 2,5 Prozent zu auf 2479 Punkte. In der abgelaufenen Woche stieg der Dow um 4,3 Prozent, der S&P um 4,7 Prozent und die Nasdaq sogar um 5,9 Prozent. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 5537 Punkten aus dem Handel.

Die Papiere von Apple legten trotz des Abgangs von Konzernchef Steve Jobs 2,6 Prozent zu. Im Blickpunkt blieben zudem Bankaktien. Bank of America verteuerten sich um 1,4 Prozent und profitierten damit weiter von dem angekündigten Milliardenengagement des Starinvestors Warren Buffett. Vor dem für Samstag erwarteten Eintreffen von Hurrikan „Irene“ an der US-Ostküste legten Papiere von Versicherern wieder leicht zu, nachdem sie zuvor abgesackt waren. Travelers Cos und Chubb gewannen 0,6 beziehungsweise 1,2 Prozent.

Zu den Kursgewinnern zählte auch der Schmuckhersteller Tiffany mit einem satten Plus von mehr als neun Prozent. Das Unternehmen hatte dank steigender Umsatzzahlen seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr erhöht und damit signalisiert, das es die gestiegenen Kosten für Gold und Diamanten locker an die Kunden weiterreichen kann. Die US-Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal noch langsamer als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg von April bis Juni mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,0 Prozent.

Analysten hatten für das zweite Quartal im Schnitt mit einem annualisierten Anstieg von 1,1 Prozent gerechnet . Die Exporte wuchsen mit 3,1 Prozent deutlich schwächer als erwartet. Allerdings gaben die Verbraucher 0,4 Prozent mehr aus als im Vorquartal. Für die Konsumausgaben hatten die Statistiker ursprünglich nur ein Plus von 0,1 Prozent gemeldet. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,12 Milliarden Aktien den Besitzer. 2511 Werte legten zu, 501 gaben nach und 84 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,85 Milliarden Aktien 1999 im Plus, 540 im Minus und 80 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Anonymer Benutzer: lowabras
    Richtig. Das Spiel geht genau noch so lange, bis das gesamte Privatvermögen der Deutschen verspielt ist. Der Staat (besser gesagt die Regierung) wird auch noch Zwangsanleihen auf Immobilien erheben. Alles nur noch eine Frage der Zeit!!!

  • verehrter lowabras,

    zu denken, dass die USA am Ende sind, war schon derzeit ein massiver Fehler der Japaner. Und gerade sind die Chinesen dabei,. dass sie evtl den selben Fehler machen.

    Aber wie auch beim Fliegen, auf den Boden sind sie alle wieder gekommen.

    Die Regenerationskräfte der USA sind enorm. Wie auch die von Dt. Wenn man gelernt hat, auf gewissen Wahnsinnsideen zu verzichten. Dt. muss lernen, dass man auch glücklich sein kann, ohne Europa beherrschen zu wollen.

    Und die USA lernen gerade, dass man auch ohne Wohlfahrsstaat gut klar kommen.

    Die FED wird nicht helfen, denn sie gehört nicht den Amerikanern. Amerika ist das Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten. Aber im Moment sitzen die USA gefangen im Schuldturm.

    Das ist Un-Freiheit

  • Was soll denn die FED noch helfen? Etwa zu jeder Milliarde Kredit noch 10% Negativzinsen bezahlen? Dann lasse ich auch eine Bank registrieren, klar!
    Das Problem ist die FED und die sie Diktierenden! Wer ist denn so bescheuert, gerade von dieser Firma in den Händen der Finanzaristokratie zu verlangen, dass sie sich ad absurdum führt? Das ist alles so geplant und die Pleiten treiben das restliche Privatvermögen auch noch in die Hände dieser paar Handvoll NWO Geier, oder wer hat denn in den Letzten Jahren noch einen Cent Kredit bekommen, ohne 200% Sicherheiten zu hinterlege? Nun ist die Zeit des Einsammelns gekommen!
    Die Wirtschaft is "Fertig", denn keiner mehr wird was kaufen was er nicht braucht für Geld das keiner mehr hat, so einfach ist das, denn dieses System braucht Wachstum. Ohne Wachstum ist nach wenigen MOnaten der Ofen aus! Nur hat das noch nicht durchgeschlagen, weil sie kün stlich durch kostenlose Kredite am Laufen gehalten wurde um noch mehr Sicherheiten zu sichern. Alles wird nach dem großen Einsammeln weg sein, einfach weg!

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