Wall Street
Aussicht auf Griechenland-Rettung treibt US-Börsen an

Die Aussicht auf die Verhinderung einer Staatspleite in Griechenland hat die US-Börsen angetrieben. Besonders gefragt sind die Aktien von Nike und Adidas.
  • 2

New YorkDie Anleger seien weiter optimistisch, dass das griechische Parlament dem notwendigen Sparplan zustimmen werde, sagten Händler. „Seit Wochen hängt die Ungewissheit über den Ausgang der Krise über dem Markt - nun wächst die Überzeugung, dass Griechenland eine Lösung finden wird“, sagte David Kotok von Cumberland Advisors. Das griechische Parlament wird am Mittwoch und Donnerstag über das heftig umstrittene Sparpaket abstimmen und könnte damit den Weg für die Zahlung der nächsten Milliarden-Tranche der Finanzhilfen freimachen.

Auch neue Daten vom darbenden Immobilienmarkt flößten den Anlegern etwas Mut ein: Die Preise in den Ballungsgebieten gingen nicht so stark zurück wie von den meisten Experten befürchtet. Von dem Aufwärtstrend des Marktes profitierten vor allem Titel, die zuletzt kräftig Federn lassen mussten - allen voran Technologie- und Rohstoff-Werte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,2 Prozent höher auf 12.188 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 1,3 Prozent auf 1296 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 1,5 Prozent auf 2729 Stellen.

Schon am Montag hatten die Indizes rund ein Prozent zugelegt, nachdem sie in den drei Handelstagen davor unter Druck gestanden hatten. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 7170 Punkten aus dem Handel.

Nike-Aktie im Aufwind

Steil nach oben ging es mit den Aktien des Adidas-Rivalen Nike, die zehn Prozent zulegten. Der Sportartikel-Gigant glänzte im Frühjahr mit überraschend hohem Wachstum und strahlte zudem Zuversicht aus: Der Konzern erhöhte seine Umsatzprognosen.

Die Spekulation auf eine Entschärfung der Schuldenkrise führte zu einem kräftigen Anstieg des Ölpreises, der wiederum zu Kursgewinnen bei den Aktien vieler Energie-Unternehmen führte. Der S&P-Index für diese Branche legte um fast drei Prozent zu und damit deutlicher als andere Branchen-Indizes.

Microsoft-Aktien stiegen um mehr als zwei Prozent. Der weltgrößte Software-Hersteller unternimmt seinen bislang größten Schritt in die Welt des Internet und stellte am Dienstag eine Cloud-Version seiner beliebten Bürosoftware Office vor. Persönliche Dateien werden dabei nicht mehr auf dem eigenen Rechner gespeichert, sondern auf Servern abgelegt. Das spart Speicherplatz und ist deshalb für mobile Geräte interessant.

Microsoft will mit dem Vorhaben seinen Rivalen Google in die Schranken weisen. Schon am Montag hatte die Microsoft-Aktie von der bevorstehenden Präsentation des neuen Angebots profitiert und 3,7 Prozent zugelegt.

Google-Papiere legten ihrerseits ebenfalls mehr als zwei Prozent zu, nachdem der Internet-Riese einen neuen Vorstoß in soziale Netzwerke ankündigte. Google testet einen neuen Dienst namens Google+, der die Grundlage für ein umfangreiches Angebot für Kontakte und Kommunikation im Internet werden soll.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wall Street: Aussicht auf Griechenland-Rettung treibt US-Börsen an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Machen wir uns doch nichts vor. Der deutsche Steuerzahler zahlt doch eh die Zeche zum großen Teil. Bei Zustimmung zum Sparpaket wird billiger und bei einer Ablehung halt etwas teurer. Die paar Millarden. Der Steuerzahler hats doch.

  • Ich wünsche mir, dass das griechische Parlament das Sparpaket ablehnt. Dann muss der Rest Europas endlich mal (wenigstens ein bisschen) Farbe bekenne.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%