Wall Street US-Börsen setzen auf Griechen-Rettung

Die Aussicht auf die Verhinderung einer Staatspleite in Griechenland hat die US-Börsen angetrieben. Besonders gefragt sind die Aktien von Nike und Adidas.
Update: 28.06.2011 - 22:54 Uhr 2 Kommentare
Wall Street: Bleiben die Optimisten heute am Ruder? Quelle: Reuters

Wall Street: Bleiben die Optimisten heute am Ruder?

(Foto: Reuters)

New YorkDie Anleger seien weiter optimistisch, dass das griechische Parlament dem notwendigen Sparplan zustimmen werde, sagten Händler. „Seit Wochen hängt die Ungewissheit über den Ausgang der Krise über dem Markt - nun wächst die Überzeugung, dass Griechenland eine Lösung finden wird“, sagte David Kotok von Cumberland Advisors. Das griechische Parlament wird am Mittwoch und Donnerstag über das heftig umstrittene Sparpaket abstimmen und könnte damit den Weg für die Zahlung der nächsten Milliarden-Tranche der Finanzhilfen freimachen.

Auch neue Daten vom darbenden Immobilienmarkt flößten den Anlegern etwas Mut ein: Die Preise in den Ballungsgebieten gingen nicht so stark zurück wie von den meisten Experten befürchtet. Von dem Aufwärtstrend des Marktes profitierten vor allem Titel, die zuletzt kräftig Federn lassen mussten - allen voran Technologie- und Rohstoff-Werte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,2 Prozent höher auf 12.188 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 1,3 Prozent auf 1296 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 1,5 Prozent auf 2729 Stellen.

Schon am Montag hatten die Indizes rund ein Prozent zugelegt, nachdem sie in den drei Handelstagen davor unter Druck gestanden hatten. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 7170 Punkten aus dem Handel.

Nike-Aktie im Aufwind

Steil nach oben ging es mit den Aktien des Adidas-Rivalen Nike, die zehn Prozent zulegten. Der Sportartikel-Gigant glänzte im Frühjahr mit überraschend hohem Wachstum und strahlte zudem Zuversicht aus: Der Konzern erhöhte seine Umsatzprognosen.

Die Spekulation auf eine Entschärfung der Schuldenkrise führte zu einem kräftigen Anstieg des Ölpreises, der wiederum zu Kursgewinnen bei den Aktien vieler Energie-Unternehmen führte. Der S&P-Index für diese Branche legte um fast drei Prozent zu und damit deutlicher als andere Branchen-Indizes.

„Das Geld ist verloren“
Chairman of Soros foundation George Soros attends the Avoided Deforestation Partners organization conference on a sidelines of the UN climate talks in Cancun
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George Soros, Großinvestor und Präsident von Soros Fund Management

„Seien wir mal ehrlich: Wir stehen am Rand des Zusammenbruchs, der - sagen wir mal - mit Griechenland anfängt, aber sich leicht ausweiten kann.“

Hauptversammlung der Deutschen Bank AG
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Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank

„Ein Schuldenerlass führt zu falschen Anreizen. [...] Wer dies fordert, verkennt, dass Griechenland mit seinen Problemen nicht allein ist. Dann sagen andere Länder: ich auch. [...] Es ist noch viel Arbeit notwendig. Wir brauchen alle Investoren im Boot.“

Jens Weidmann - Präsident der Deutschen Bundesbank
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Jens Weidmann, Bundesbankpräsident

„Auch in diesem Fall [die Zahlungsfähigkeit Griechenlands, Anm. der Redaktion] werde der Euro stabil bleiben“ (Quelle: "Welt am Sonntag")

TradeTech 2010 Conference
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Jim O'Neill, Chef von Goldman Sachs Asset Management

„Griechenland ist nicht das einzige Land mit Problemen. Neben Irland und Portugal gibt es da noch Spanien mit seinen Immobilienschwierigkeiten und allem was dazu gehört. Und im Hintergrund lauert Italien, dessen Verschuldung mit 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes groß genug ist um wichtige globale Probleme verursachen, wenn es in diese Situation verwickelt werden sollte.

Central Bankers Speak In Hong Kong.
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Jürgen Stark, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank
„Solidarität darf nicht in der Weise missverstanden werden, dass die europäischen Partner und die internationale Gemeinschaft keine andere Wahl hätten, als die Finanzierung fortzusetzen. Niemand ist erpressbar und niemand darf erpressbar sein. [...] Das Schicksal des Euro hängt nicht an Griechenland.“

Mohamed El-Erian, CEO and Co-Chief Investment Officer of PIMCO, speaks at the 2011 The Milken Institute Global Conference in Beverly Hills
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Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pacific Investment Management Co (Pimco)

„Griechenland hat zu viele Schulden und kann nicht wachsen, solange diese Probleme nicht gelöst sind. [...] Das Land wird um eine Umschuldung nicht herumkommen.

Wen Jiabao
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Wen Jiabao, chinesischer Ministerpräsident

„Wir habe Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Europas und sehen uns als langfristigen Investor in Staatsschulden.“

Microsoft-Aktien stiegen um mehr als zwei Prozent. Der weltgrößte Software-Hersteller unternimmt seinen bislang größten Schritt in die Welt des Internet und stellte am Dienstag eine Cloud-Version seiner beliebten Bürosoftware Office vor. Persönliche Dateien werden dabei nicht mehr auf dem eigenen Rechner gespeichert, sondern auf Servern abgelegt. Das spart Speicherplatz und ist deshalb für mobile Geräte interessant.

Microsoft will mit dem Vorhaben seinen Rivalen Google in die Schranken weisen. Schon am Montag hatte die Microsoft-Aktie von der bevorstehenden Präsentation des neuen Angebots profitiert und 3,7 Prozent zugelegt.

Google-Papiere legten ihrerseits ebenfalls mehr als zwei Prozent zu, nachdem der Internet-Riese einen neuen Vorstoß in soziale Netzwerke ankündigte. Google testet einen neuen Dienst namens Google+, der die Grundlage für ein umfangreiches Angebot für Kontakte und Kommunikation im Internet werden soll.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Wall Street: Aussicht auf Griechenland-Rettung treibt US-Börsen an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Machen wir uns doch nichts vor. Der deutsche Steuerzahler zahlt doch eh die Zeche zum großen Teil. Bei Zustimmung zum Sparpaket wird billiger und bei einer Ablehung halt etwas teurer. Die paar Millarden. Der Steuerzahler hats doch.

  • Ich wünsche mir, dass das griechische Parlament das Sparpaket ablehnt. Dann muss der Rest Europas endlich mal (wenigstens ein bisschen) Farbe bekenne.

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