Wall Street
Bei US-Aktien ist kein Boden zu erkennen

An den US-Börsen herrscht ratloses Schulterzucken – seit Jahresbeginn hat der S&P 500 zwei Billionen Dollar an Wert verloren. Die Kurse schlagen ungewohnt kräftig aus. Und es könnte noch schlimmer kommen.

New YorkDie Marktausschläge in den USA halten Anleger auf Trab. Täglich ging es um zwei Prozent nach oben oder unten. Die Psyche von Investoren ist Belastungen ausgesetzt. Und ihre Nerven dürften wohl weiter strapaziert werden, bevor die Volatilität wieder zurückgeht.

In den ersten zehn Handelstagen des Jahres verloren US-Aktien zwei Billionen Dollar an Wert und der S&P-500-Index fiel auf den niedrigsten Stand seit August zurück. Beim Dow Jones Industrial Average waren die Ausschläge an den drei letzten Handelstagen der vergangenen Woche die stärksten seit die Ratingagentur Standard & Poor’s 2011 den USA die Spitzen- Bonitätsnote „AAA“ entzog.

Zwar hat der Standard & Poor’s 500 Index in den ersten zwei Handelswochen acht Prozent eingebüßt und damit seinen bislang schwächsten Start ins Jahr erlebt. Marktexperten sehen aber weiteren Raum für Volatilität.

Erst nach einer „umfassenden Panik“ wird der Markt drehen, sagt Scott Minerd, Vermögensverwalter bei Guggenheim Partners. „Dabei würde die Volatilität gewaltig zunehmen, da sich alle zum Ausgang drängen und die Preise nach unten prügeln, nur um aus ihren Positionen herauszukommen.“

Noch sind die Messgrößen für die Nervosität unter Investoren noch deutlich unterhalb des Niveaus, das beim letzten Ausverkauf im August erreicht wurde. Damals waren die Aktienkurse um elf Prozent eingebrochen. Zwar schnellte der Chicago Board Options Exchange Volatility Index in der vergangenen Woche gleich an zwei Tagen um mehr als zehn Prozent hoch, zum Wochenabschluss war er aber immer noch 34 Prozent unter seinem Hoch im Sommer. Die Volatilitätsindizes geben nicht etwa die bereits verzeichneten, sondern die erwarteten Kursschwankungen an.

Wer auf die Investorenstimmung achtet, um Hinweise für die Marktrichtung zu finden, kann bislang noch keine Kapitulation ausmachen – diese wäre erreicht, wenn selbst die größten Optimisten aufgeben und die Kurse auf ein Niveau einbrechen, bei dem wieder Ruhe am Markt einkehrt.

Der Chicago Board Options Exchange Volatility Index, der die Verunsicherung der Händler auf Basis von S&P-500-Optionen misst, beendete die vergangene Woche bei 27,02 – das ist zwar 60 Prozent über dem Durchschnittsstand 2015, aber noch zwölf Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen Talfahrt, die am 18. August begann. Und der aktuelle Stand liegt noch 34 Prozent unter dem damals erreichten Hoch.

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Analyst: „Der Markt ist manisch-depressiv“

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