Wall-Street-Bericht
Überraschende Rally - US-Börsen legen stark zu

Ein rabenschwarzer Arbeitsmarktbericht hat die Kurse an der Wall Street zum Handelsbeginn erneut auf Talfahrt geschickt. Alle wichtigen Indizes fallen deutlich zurück. Im Verlauf entschieden sich die Anleger aber für vorsichtige Käufe. Die führenden US-Indizes machten daraufhin ihre Verluste wett und drehen deutlich in die Gewinnzone.

HB NEW YORK. Die Arbeitslosigkeit ist in den USA auf den höchsten Stand seit 15 Jahren geklettert. Das drückte an der Wall Street zunächst mächtig auf die Stimmung. Der sich eintrübende Arbeitsmarkt bestätigte Befürchtungen, dass sich die schwerste Finanzkrise seit 80 Jahren noch verschärft. Im Blick standen daneben vor allem erneut die Autowerte, weil die Zukunft der gesamten Branche skeptisch gesehen wird: In Washington nahmen die US-Autobauer einen neuen, verzweifelten Anlauf, sich Milliardenhilfen im Kampf gegen den Untergang zu sichern.

Im Handelsverlauf erholten sich die Kurse in New York aber von den neuen Hiobsbotschaften. Auslöser war unter anderem ein sehr positiver Bericht des Versicherers Hartford Financial. Die Aktien des Finanzdienstleisters stiegen um unglaubliche 102 Prozent. Der Versicherer hatte zuvor seine Gewinnprognose für 2008 angehoben und von einer sehr guten Kapitalausstattung gesprochen. Im Oktober war der Allfinanzkonzern Allianz bei Hartford mit 2,5 Mrd. Dollar eingestiegen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schaffte gegen 20 Uhr den Sprung zurück in die Gewinnzone und erarbeitete sich bis zum Handelsschluss ein Plus von 3,1 Prozent auf 8 635 Punkte. Im frühen Handel hatte der Dow zeitweise noch 2,5 Prozent im Minus gelegen. Der S&P 500 gewann 3,65 Prozent auf 876 Zähler verlor. Der 100 Werte umfassende Leitindex der Technologiebörse Nasdaq legte sogar 4,4 Prozent zu und stieg auf 1 178 Punkte.

Die Arbeitslosenquote kletterte im November auf 6,7 Prozent nach 6,5 Prozent im Vormonat. Das ist der höchste Wert seit 1993. Gleichzeitig bauten die US-Konzerne so viele Stellen ab wie seit 34 Jahren nicht mehr. Insgesamt fielen 533 000 Jobs weg, deutlich mehr als von den Experten erwartet. "Die Konjunktur befindet sich derzeit in absolut freiem Fall. Das Vertrauen ist verschwunden", sagte Chefvolkswirt Nigel Gault von Global Insight.

Im Blick standen vor allem auch die Autowerte, weil die Zukunft der gesamten Branche skeptisch gesehen wurde: In Washington nahmen die US-Autobauer einen neuen, verzweifelten Anlauf, sich Milliardenhilfen im Kampf gegen den Untergang zu sichern. Die Titel von General Motors eröffneten den Handel mit Gewinnen, rutschten später aber ab und schwankten in der Folge um die Nullinie. Am Ende des Handelstages stand ein Minus von 0,7 Prozent auf 4,08 Dollar. Die Titel des Konkurrenten Ford hielten sich durchgehend im Plus und gewannen 2,2 Prozent.

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