Wall Street-Bericht
US-Börsen warten auf Arbeitsmarktdaten

Die Wall Street hat am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind leicht zurückgegangen, was Hoffnung schürt. Quartalszahlen eines großen US-Konzerns haben einen Kursrutsch bewirkt.
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New York Die Wall Street hat am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Quartalsberichte enttäuschten Anleger und schickten etwa Aktien von Pharmaunternehmen auf Talfahrt. Auf der anderen Seite gingen die Arbeitslosen-Erstanträge leicht zurück, was die Hoffnung auf eine niedrigere Arbeitslosenrate schürte. Händler hielten sich allerdings vor der Veröffentlichung der Monatsdaten am Freitag und der jüngsten Rally zurück. Die Signale vom Arbeitsmarkt seien eine gute Nachricht, daneben mehrten sich aber Anzeichen für ein Abklingen des Schwungs, warnte Bruce McCain, Investmentexperte der Key Private Bank in Cleveland. Thema auf dem Parkett war auch die Ankündigung des Facebook-Börsengangs.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.705 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.676 und 12.741 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1325 Punkten, ein Plus von 0,1 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent und ging mit 2859 Punkten aus dem Handel. In Deutschland schloss der Dax mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 6655 Stellen.

In der vergangenen Woche beantragten rund 367.000 Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe. In der Woche davor lag die Zahl bei 379.000. Analysten hatten 375.000 erwartet. Anleger zeigten sich von den Bilanzen von Gesundheitskonzernen unbeeindruckt. So büßte der US-Pharmakonzern Merck 0,5 Prozent ein. Merck gab nicht zuletzt wegen des Ablaufs von Patenten eine vorsichtige Prognose für das neue Geschäftsjahr ab und erwartet keine Steigerung des Umsatzes 2012. Beim Bestseller, dem Asthmamedikament Singulair, droht spätestens ab August ein Umsatzeinbruch. Auch der Krankenversicherer Cigna und der Hersteller von medizinischen Produkten, Boston Scientific, gaben 3,4 beziehungsweise 4,1 Prozent ab.

Der Chemiekonzern Dow Chemical rutschte im Schlussquartal des vergangenen Jahres überraschend in die roten Zahlen. Unter anderem führten Steuereffekte im Brasiliengeschäft im vierten Quartal zu einem Verlust von 20 Millionen Dollar. Die Aktie des größten Chemieunternehmens der USA verlor 1,2 Prozent. Technologiewerte legten im Sog der Qualcomm -Aktie dagegen zu. Das Papier schloss knapp zwei Prozent höher, nachdem der US-Handychip-Hersteller mit seinem Quartalsgewinn die Markterwartungen deutlich übertroffen hatte. Discounter konnten im Januar die Erwartungen von Experten übertreffen - und sendeten damit ein positives Signal für die stark vom Binnenkonsum abhängige US-Wirtschaft.

An der Wall Street griffen Anleger bei Target und Costco Wholesale zu. Target gewann 1,1 Prozent, Costco legte 2,8 Prozent zu. An der New York Stock Exchange wechselten rund 810 Millionen Aktien den Besitzer. 1685 Werte legten zu, 1279 gaben nach und 115 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,91 Milliarden Aktien 1512 im Plus, 973 im Minus und 118 unverändert.

Die ermutigenden Signale vom US-Arbeitsmarkt haben langlaufende US-Staatsanleihen am Donnerstag unattraktiver erscheinen lassen. Anleger trennten sich von den als sicher geltenden Bonds, nachdem in der vorigen Woche die Zahl der Arbeitslosen-Erstanträge zurückgegangen war. Dies deutetet auf eine Konjunkturerholung hin.

Die dreißigjährige Anleihe gab um 11/32 nach auf 102-5/32 und rentierte mit 3,0138 Prozent. Das zehnjährige Papier trat auf der Stelle und notierte zuletzt bei 101-17/32. Die Rendite lag bei 1,8264 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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