Wall Street
Bis zum Schluss besorgt über China-Inflation

Zum Börsenschluss bestätigt sich das Bild: Der Inflationsanstieg in China treibt die Anlegern an der Wall Street zu als sicher geltenden Papiere von Konsumgüterherstellern. Goldman Sachs zählt zu den Verlierern.
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New York

Inflationssorgen haben US-Börsianer am Donnerstag in Aktien von Gesundheits- und Konsumgüterkonzernen getrieben und dem Dow leichte Gewinne beschert. Die Sorge vor einer deutlichen Preisbeschleunigung in China und schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt belasteten den Handel und begrenzten die Zuwächse.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,1 Prozent auf 12.285 Punkte zu, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.163 und 12.305 Zählern gependelt hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss nahezu unverändert bei 1314 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 2760 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent tiefer bei 7146 Punkten.

In China stieg die Inflation im März nach Medienberichten auf bis zu 5,4 Prozent. Das wäre der höchste Stand seit 32 Monaten. Die amtlichen Zahlen werden Freitag erwartet. Auf dem US-Arbeitsmarkt lag die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wieder über der Marke von 400.000 und damit deutlich höher als erwartet. Daneben stiegen die Preise der US-Produzenten im März in der Kernrate mit 0,3 Prozent etwas kräftiger als erwartet, was zum US-Inflationsdruck beiträgt.

Anleger flüchteten aus Finanzwerten in die als sicherer geltenden Papiere von Konsumgüterherstellern - Coca-Cola und Kraft legten mehr als ein Prozent zu. Zu den Verlierern gehörten erneut Aktien der Großbank Goldman Sachs, sie gaben 2,7 Prozent nach. In den US-Untersuchungen zur Rolle der Wall Street in der Finanzkrise hatte ein Senatsausschuss schwere Vorwürfe gegen das Institut erhoben. Die Investmentbank habe Kunden getäuscht und die Märkte manipuliert. "Für Goldman ist das ein Schuss vor den Bug und das ist sicher nicht die letzte Nachricht zu dem Thema", sagte Michael Mullaney vom Fiduciary Trust.

Hasbro-Aktien fielen um drei Prozent. Der zweitgrößte Spielzeughersteller der USA nach Mattel hat mit schwachen Geschäften und hohen Kosten für die Entwicklung seines neuen Kinder-Fernsehkanals zu kämpfen.

Papiere von Ford ließen mit einem Minus von 1,1 Prozent Federn. Der Autobauer muss den Rückruf seines US-Verkaufsschlagers F-150 massiv ausweiten. Statt bislang rund 140.000 müssten fast 1,2 Millionen der Pickup-Trucks zurück in die Werkstätten, teilte die Verkehrssicherheitsbehörde mit. Der F-150 ist das bestverkaufte Fahrzeug in Nordamerika.

Zu einer Kursexplosion mit einem Plus von 55 Prozent kam es dagegen bei der Aktie von Zipcar am ersten Handelstag. Der Platzhirsch der wachsenden amerikanischen Car-Sharing-Branche sammelte bei seinem Börsengang 174 Millionen Dollar ein.

Die Aktien der Nyse Euronext schlossen 1,7 Prozent im Plus. Kreisen zufolge erwägt der Börsenbetreiber Anreize, um die Unterstützung der Aktionäre für seine Fusionspläne mit der Deutsche Börse zu bekommen. Die beiden wollen sich zur weltgrößten Börse zusammenschließen. Allerdings bieten auch die Betreiber Nasdaq OMX und ICE für die Nyse Euronext.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 920 Millionen Aktien den Besitzer. 1598 Werte legten zu, 1360 gaben nach und 139 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 1455 im Plus, 1121 im Minus und 109 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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