Wall Street
Die US-Börsen bleiben weiterhin nervös

Ohne große Entschlossenheit schaukelten sich die Aktien heute an der Wall Street nach oben. Mit steigender Nervosität schauen Börsianer auf das Treffen der Zentralbanker in Jackson Hole Ende der Woche.
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New York Die US-Börsen haben am Mittwoch nach einem nervösen und lange Zeit richtungslosen Handel schließlich deutlich zugelegt. Anleger griffen zum Schluss vor allem bei Finanzwerten zu.

Die Nervosität der Händler vor dem jährlichen Treffen von Notenbankern in Jackson Hole und der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke am Freitag war am viel beachteten Volatilitätsindex VIX abzulesen. Der sogenannte „Angst-Index“ lag am Ende bei 35,4 Punkten und damit relativ hoch. „Der hohe VIX mahnt zur Vorsicht bei dem Optimismus des Marktes vor Freitag“, sagte Händler Randy Frederick von Schwab Center for Financial Research.

Der Dow-Jones-Index Prozent legte 1,3 Prozent auf 11.320 Punkte zu. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.113 und 11.331 Punkten. Der S&P500 stieg ebenfalls um 1,3 Prozent auf 1177 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq-Composite gewann 0,9 Prozent auf 2467 Punkte.

In Frankfurt war der Deutsche Aktienindex Dax 2,7 Prozent höher aus dem Handel gegangen. Der überraschend starke Einbruch des Geschäftsklimas in Deutschland im August ließ die Anleger kalt.

An den Märkten wird seit Tagen darüber spekuliert, ob Fed-Chef Bernanke ein weiteres Ankaufprogramm für US-Staatsanleihen verkünden wird und eine neue Lockerungsrunde einläutet. Die Erwartungen an das Treffen wichtiger Zentralbanker aus aller Welt in Jackson Hole in den Rocky Mountains ist deshalb groß. Im vergangenen Jahr nahm die zweite Runde von Anleihekäufen (QE2) dort ihren Anfang. Das Programm lief bis Juni, die 600 Milliarden Dollar der Fed halfen der größten Volkswirtschaft der Welt jedoch nicht auf die Beine.

Die Erholung an den Aktienmärkten hat die US-Staatsanleihen heute schwer belastet. Zudem trennten sich viele Anleger von den Staatspapieren, um noch vor der mit Spannung erwarteten Rede von Bernanke ihre jüngsten Kursgewinne mitzunehmen, hieß es. Die zehnjährigen Staatsanleihen fielen um 1-3/32 auf 98-19/32. Dadurch kletterte ihre Rendite auf 2,29 Prozent.Die 30-jährigen Bonds verloren sogar 2-24/32 auf 102-1/32 und rentierten dabei mit 3,64 Prozent.

Von US-Konjunkturseite kamen gute Nachrichten. Die US-Industrie erhielt im Juli dank der kräftigen Nachfrage nach Flugzeugen und Autos überraschend viele Aufträge. Aufgrund dieser positiven Meldung nahmen die Rezessionssorgen der Anleger etwas ab: Der Goldpreis brach um mehr als 100 Dollar ein.

Einige Analysten äußerten sich jedoch kritisch. „Das ist zwar ein starker Bericht, aber es sieht nach vielen saisonbedingten Faktoren aus“, fasste einer zusammen. „Der Fokus bleibt auf den Freitag gerichtet.“

Bei den Einzelwerten der Börse standen Finanzwerte im Mittelpunkt. Vor allem bei den Aktien der Bank of America griffen die Anleger beherzt zu. Die Papiere kletterten elf Prozent. Einigen Analysten zufolge muss die Bank nicht so viel neues Kapital aufnehmen wie zunächst befürchtet. Auch andere Bank-Aktien legten zu. Die von JPMorgan Chase verbuchten ein Plus von drei Prozent, die der Citigroup rund vier Prozent.

Ein Etappensieg von Apple im Patentstreit mit Samsung in den Niederlanden interessierte dagegen kaum. Das Apple-Papier legte 0,7 Prozent zu. Die US-Pharmafirma Allergan profitierte von der Zulassung ihres Faltenkillers Botox zur Behandlung von Blasenschwäche. Die Aktie gewann drei Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,11 Milliarden Aktien den Besitzer. 2086 Werte legten zu, 923 gaben nach und 87 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 1689 im Plus, 853 im Minus und 102 unverändert.



Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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