Wall Street
Enttäuschung über Fed drückt US-Börsen

Gestern sorgte die Griechenland-Entscheidung für Gewinne, heute hat die Enttäuschung über das Ausbleiben neuer Hilfszusagen für die lahme US-Wirtschaft durch die US-Notenbank Federal Reserve die US-Aktienmärkte belastet.
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New York/DüsseldorfTrotz des weiterhin sehr schleppenden Wirtschaftswachstums lassen die Notenbanker um Ben Bernanke ihr 600 Milliarden Dollar schweres Bond-Ankaufprogramm zur Stützung der Konjunktur wie geplant Ende des Monats auslaufen.

Zugleich bleibt der Leitzins jedoch mit null bis 0,25 Prozent weiter ultraniedrig. Anleger hatten gehofft, dass Bernanke klare Indizien für eine weitere Ankurbelung der US-Wirtschaft liefert - Die Spekulation auf die jetzt auslaufende zweite Runde von Anleihekäufen hatte im vergangenen Herbst den Aktien kräftigen Schub gegeben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent schwächer bei 12.109 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,7 Prozent auf 1287 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,7 Prozent auf 2669 Stellen. In Frankfurt war der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 7278 Punkten aus dem Handel gegangen.

Mit seinen Aussagen lieferte Bernanke den Anlegern wenig Motivation für den Kauf von Aktien - im Gegenteil. „Ich glaube, dass das Wachstum zum Jahresanfang 2012 anziehen wird, jedoch nicht so stark wie (bei der letzten Zinssitzung) im April angenommen“, sagte Bernanke im Anschluss an den Zinsbeschluss vor der Presse in Washington. „Der wirtschaftliche Gegenwind könnte stärker und hartnäckiger sein als ursprünglich erwartet.“ Die Erholung verlaufe „frustrierend langsam“.

Bei den Unternehmen standen Adobe Systems und FedEx im Mittelpunkt. Der US-Softwarehersteller hat zwar seinen Gewinn im zweiten Quartal kräftig gesteigert, enttäuschte jedoch mit seinem Geschäft in Europa. Die Aktie gab deshalb mehr als sechs Prozent nach. FedEx-Papiere legten 2,5 Prozent zu. Der US-Paketdienst verdiente im abgelaufenen Quartal deutlich mehr. Zugleich kündigte Konzernchef Frederick Smith an, auch im Geschäftsjahr 2011/2012 weiter zu wachsen. Apple-Anteilsscheine fielen um 0,8 Prozent, obwohl die Agentur Bloomberg berichtet hatte, dass der Konzern bereits im September ein neues iPhone mit einem schnelleren Chip sowie einer besseren Kamera auf den Markt bringt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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