Wall Street
Gute Nachricht schreckt US-Anleger

Eine überraschend robuste Beschäftigungsentwicklung in den USA hat am Freitag die Furcht der Anleger an der Wall Street vor wachstumsdämpfenden Wirkungen weiter steigender US-Zinsen genährt. Die US-Börsen reagierten darauf mit erneuten Einbußen.

HB NEW YORK. Die Kauflaune wurde Händlern zufolge zudem durch den anhaltenden Anstieg des US-Ölpreises bis knapp unter sein bisheriges Rekordniveau getrübt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen 10 611 und 10 554 Zählern. Er verließ den Handel 0,49 % ermäßigt mit 10 558 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 0,76 % auf 1226 Zähler nach. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,61 % auf 2178 Stellen. Im Vergleich zur Vorwoche verlor der Dow 0,8 %, der S&P 0,6 % und der Nasdaq 0,3 %.

Nach Daten des US-Arbeitsministeriums haben die Unternehmen in den USA im Juli mehr Stellen geschaffen als erwartet. Dies dämpfte Händlern zufolge auf dem Börsenparkett Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus' der US-Notenbank (Fed). Laut Experten gelten die Arbeitsmarktdaten als wichtiger Indikator für den Zustand der Volkswirtschaft und sind eine Entscheidungsgrundlage der Fed für ihre Zinspolitik.

"Die Folge der Daten ist, dass die Fed am nächsten Dienstag die Zinsen wieder erhöhen und ihre generelle Richtung einer weiteren Straffung der Geldpolitik beibehalten wird", sagte Joseph Battipaglia von Ryan, Beck & Co. "Der Arbeitsmarktbericht hat Zinsängste ausgelöst, aber ich denke, der Kursrückgang wird sich in geordneten Bahnen vollziehen", merkte Bill Punk von Punk Ziegel & Co an.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Fed nach neun Zinserhöhungen in Folge den Schlüsselzins am 9. August erneut um 25 Basispunkte auf dann 3,5 % anheben wird. An den Finanzmärkten wird bis Jahresende ein Schlüsselzins von vier Prozent erwartet. Hauptleidtragende der Zinserwartungen waren Wohnbau-Unternehmen. Weil die Anleger bei steigenden Zinsen auch weniger Aufträge für die Bauwirtschaft und damit niedrigere Gewinne erwarten, verkauften sie Papiere wie die des Baukonzerns Toll Brothers. Der Aktienkurs brach daraufhin um fast 7,2 % auf 50,95 Dollar ein.

Angesichts der allgemein schlechten Stimmung auf dem Parkett sorgte eine Nachricht des Autozulieferers Delphi zusätzlich für Ernüchterung. Delphi teilte mit, das Unternehmen verhandele mit der ehemaligen Muttergesellschaft General Motors und Gewerkschaften über eine Umstrukturierung unrentabler Geschäftszweige. Die Börse quittierte das mit einem satten Abschlag auf den Kurs von mehr als 14 % auf 4,96 Dollar.

Einen der wenigen Lichtblicke bot der Software-Konzern Microsoft dar. Der Wechsel des Managers Kevin Turner vom Einzelhandelsriesen Wal-Mart zum weltgrößten Software- Anbieter gefiel offenbar den Anlegern. Sie honorierten den Schritt mit einem Plus des Aktienkurses von gut 1,6 % auf 27,76 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,5 Mrd. Aktien den Besitzer. 729 Werte legten zu, 2571 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,5 Mrd. Aktien 986 im Plus, 2041 im Minus und 164 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 19/32 auf 97-27/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,396 %. Die 30-jährigen Bonds fielen im Kurs um 31/32 auf 111-26/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,584 %.

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