Wall Street
Konjunkturdaten lassen Kurse in die Höhe schnellen

Das schwere Erdbeben an der US-Ostküste belastete die Kurse an der Wall Street nur kurz. Der US-Aktienmarkt schloss am Dienstag im satten Plus. Dafür sind auch Konjunkturdaten aus Deutschland verantwortlich.
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New YorkDie Hoffnung auf weitere Maßnahmen der US-Notenbank Fed zur Ankurbelung der Wirtschaft hat die US-Börsen beflügelt. Zwar ging in den USA die Zahl der verkauften Eigenheime im Juli zurück. Händler werteten dies aber als Ansporn für die Fed, zu handeln.

Fed-Chef Ben Bernanke wird am Freitag beim jährlichen Treffen der Federal Reserve in Jackson Hole eine Rede halten - für viele Börsianer der Höhepunkt der Woche. „Die Daten heute haben vielmehr die Hoffnung auf ein Aktivwerden der Fed geweckt“, sagte Händler Larry Peruzzi von Cabrera Capital. Vor der Bernanke-Rede wolle keiner zu pessimistisch sein, fügte Kollege Jim Awad von Zephyr Management hinzu.

Das Erdbeben an der Ostküste der USA erschrak die Anleger nur kurzfristig. Die Erschütterungen waren zwar auch auf dem Parkett zu spüren, der Handel wurde aber nicht unterbrochen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von knapp drei Prozent auf 11.176 Punkte aus dem Handel. Der Index pendelte im Handelsverlauf zwischen 10.854 und 11.176 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 3,4 Prozent auf 1162 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 4,3 Prozent auf 2446 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 5532 Punkten.

Auch Daten aus Asien und Deutschland trugen zum Optimismus bei. Sie ließen darauf schließen, dass die erwartete Welle von schlechten Nachrichten ausbleibe, sagte Andre Wilkinson, Analyst bei Interactive Brokers Group. Zwar hat die deutsche Wirtschaft im August weiter an Schwung verloren, wie aus einer Markit-Umfrage unter 1000 Firmen hervorging. Anleger an der Wall Street hatten aber offenbar mit noch Schlimmerem gerechnet.

Der von der Bank HSBC ermittelte Konjunkturindex der chinesischen Einkaufsmanager war leicht gestiegen und dämpfte damit die Furcht vor einer drastischen Verlangsamung des dortigen Aufschwungs.

Bei den Einzelwerten standen Technologiefirmen im Mittelpunkt. So gewannen vor allem Papiere wie Nvidia oder JDS Uniphase nachdem die Analysten der Credit Suisse in einer Studie geschrieben hatten, dass Firmen mit traditionell guten Wachstumsraten diese auch in Zukunft vorlegen würden. Nvidia-Papiere legten über zehn Prozent zu, die von JDS neun Prozent.

Gegen den Trend verloren Aktien von Bank of America 1,9 Prozent. Anleger verwiesen auf eine Analystenstudie, wonach die Bank einen massiven Kapitalbedarf hat. Außerdem wird das Institut immer wieder von juristischen Nachwehen aus der Finanzmarktkrise heimgesucht. Konkurrenten wie JPMorgan Chase oder American Express verbuchten dagegen Gewinne und legten jeweils vier Prozent zu.

Enttäuscht zeigten sich die Anleger über den Ketchup-Hersteller Heinz . Schwacher Absatz in den USA und höhere Kosten für Rohstoffe, würden auf den Gewinn im zweiten Quartal drücken, teilte der Konzern mit. Die Aktie fiel 1,2 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,24 Milliarden Aktien den Besitzer. 2573 Werte legten zu, 460 gaben nach und 56 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,15 Milliarden Aktien 2131 im Plus, 454 im Minus und 76 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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