Wall Street
Konjunktursorgen belasten die Wall Street

Die New Yorker Börsen haben wegen anhaltender Sorgen um die US-Konjunktur deutliche Kursverluste verbucht. Notenbank-Chef Ben Bernanke gab dafür den entscheidenden Anlass: In einer Rede zeichnete er ein düsteres Bild von der US-Konjunktur. Auch die Ratingagentur Moody's verstärkte mit ihrer Abwertung des Anleiheversicherers FGIC die schlechte Stimmung an der US-Börse.

NEW YORK. Eine negative Analysten-Einschätzung des Chipproduzenten Intel belastete außerdem besonders Technologiewerte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,4 Prozent tiefer bei 12.377 Punkten. Er hatte im Verlauf zwischen 12.361 und 12.558 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,3 Prozent auf 1349 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,7 Prozent auf 2333 Punkte. Der Dax, der vor der Rede des US-Notenbankchefs rund ein halbes Prozent im Plus gelegen hatte, rutschte bis zum Abend in Frankfurt um 0,2 Prozent auf 6962 Punkte ab.

Bernanke sagte vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington, der Ausblick für die US-Wirtschaft habe sich in den vergangenen Monaten verschlechtert, und die Risiken hätten zugenommen. Daher müsse die Zentralbank ihre Wachstumsprognose abermals herunterschrauben. "Er sieht eindeutig, dass es weitere schmerzhafte Nachrichten geben wird, vor allem im Immobilienmarkt", sagte Dana Saporta von Dresdner Kleinwort.

Auch Moody's sorgte für schlechte Nachrichten: Die Ratingagentur stufte die Kreditwürdigkeit des viertgrößten Anleiheversicherers Financial Guaranty Insurance (FGIC) auf "A3" herunter. Als Gründe nannte Moody's die geschwächte Kapitallage und das schlechtere Geschäftsprofil des Unternehmens. Darunter litten vor allem Finanzwerte. Der Aktienkurs der Investmentbank JPMorgan Chase fiel 3,4 Prozent.

Zu den größten Verlierern gehörten Technologietitel, denen zudem zu schaffen machte, dass Goldman-Sachs-Analysten die Intel-Aktie von ihrer "conviction buy"-Liste strichen. Das Papier des Chip-Produzenten gab daraufhin um 3,5 Prozent nach. Der Halbleiter-Ausrüster Applied Materials fiel nach den Kursgewinnen am Vortag um 3,6 Prozent. Die Papiere des Computerherstellers Hewlett-Packard büßten 1,8 Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,4 Milliarden Aktien den Besitzer. 683 Werte legten zu, 2464 gaben nach und 72 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,25 Milliarden Aktien 754 im Plus, 2109 im Minus und 114 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 18/32 auf 97-15/32. Sie rentierten mit 3,807 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 49/32 auf 95-24/32 und hatten eine Rendite von 4,638 Prozent.

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