Wall Street
Kräftige Gewinne an den US-Börsen

Die Euro-Beschlüsse, gute Firmenzahlen und US-Konjunkturdaten bringen Investoren in Hochstimmung. Die drei großen Indizes haben Kursgewinne von rund drei Prozent gezeigt. Eine Branche liegt dabei ganz vorn.
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New YorkDie Wall Street hat wie die europäischen Börsen am Donnerstag mit kräftigen Aufschlägen auf die Beschlüsse der Euro-Staaten zur Lösung der Schuldenkrise reagiert. Positive Zahlen amerikanischer Unternehmen und Konjunkturdaten sorgten zusätzlich für gute Stimmung in New York. Die US-Wirtschaft verdoppelte im dritten Quartal ihr Wachstumstempo. Dies dürfte die Sorgen dämpfen, dass die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession rutscht. Das Bruttoinlandsprodukt legte wie von Experten erwartet mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,9 Prozent höher auf 12.208 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11.872 und 12.284 Zählern. Beim breit gefassten S&P-500-Index, der um noch deutlichere 3,43 Prozent auf 1.284 Punkte zulegte, sprachen Experten von der bisher stärksten Monats-Rally seit 1974. An der Technologiebörse Nasdaq ging es für den Composite-Index um 3,3 Prozent auf 2.738 Punkte hoch. Der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 2,8 Prozent auf 2.399 Punkte.

Sämtliche Indizes haben damit ihre Jahresverluste in der seit Tagen laufenden, kaum unterbrochenen Erholungsbewegung mehr als wettgemacht. Auch andere Börsen waren zuvor bereits von den Entscheidungen aus Brüssel beflügelt worden.

In Frankfurt war der Dax zuvor mit einem satten Plus von 5,4 Prozent auf 6.338 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Index für die europäischen Börsenschwergewichte, der Euro Stoxx 50, legte sogar um mehr als sechs Prozent auf rund 2.483 Punkte in der Spitze zu. Der japanischen Aktienmarkt hatte bereits mit einem kräftigen Plus reagiert. Der Nikkei-Index sprang am Donnerstag um zwei Prozent auf 8.926 Punkte. Damit wurde erstmals seit acht Wochen die psychologisch wichtige Marke von 8.900 Punkten geknackt. Der Euro sprang erstmals seit Anfang September wieder über die Marke von 1,41 Dollar

Es bleibe zwar noch viel zu tun, aber dem Markt gefalle, was er höre, sagte Clem Chambers von der Finanzinformations-Internetseite ADVFN.com. Die Euro-Länder hatten in Brüssel bis in die frühen Morgenstunden um einen Ausweg aus der Schuldenmisere gerungen. Die Staats- und Regierungschefs einigten sich unter anderem auf ein Rettungspaket für Griechenland inklusive eines 50-prozentigen Schuldenschnitts. Zudem verständigten sie sich auf eine Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF.

Die aktuellen Konjunkturdaten hellten zusätzlich die ohnehin gute Stimmung auf. Die US-Wirtschaft verdoppelte im dritten Quartal ihr Wachstumstempo. Dies dämpfte die Sorgen, dass die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession rutscht. Das Bruttoinlandsprodukt legte wie von Experten erwartet mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent zu.

Vor allem die Finanzwerte zählten heute zu den großen Kursgewinnern. Die Aktien von JP Morgan sprangen gut acht Prozent in die Höhe, die Papiere von Citigroup knapp zehn Prozent.

Neben den für Erleichterung sorgenden Nachrichten aus Übersee konzentrierten sich die Anleger an der Wall Street aber auch auf die jüngsten Unternehmenszahlen von Börsen-Schwergewichten wie Exxon Mobil. Ein höherer Ölpreis und eine bessere Rendite des Raffineriegeschäfts bescherten dem Energieriesen ein kräftiges Gewinnplus im dritten Quartal. Die Dividendenpapiere legten ein Prozent zu.

Die Aktien des größten US-Chemiekonzerns Dow Chemical kletterten um mehr als acht Prozent. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient.

Gegen die allgemeine Markttendenz brachen die Anteilsscheine des Kosmetikunternehmens Avon um mehr als 18 Prozent ein. Hintergrund des Kursrutsches sind Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC sowie ein Gewinneinbruch im dritten Quartal.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,43 Milliarden Aktien den Besitzer. 2.692 Werte legten zu, 369 gaben nach und 44 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,78 Milliarden Aktien 2.107 im Plus, 421 im Minus und 75 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Werft sie alle weg, die Puts, die Anleihen, Zertifikate, die Aktien und holt euer Geld von den Banken - werdet endlich wieder normal. Hängt euer Gold um den Hals, wenn es euch dort gefällt, weiteren Wert hat es nämlich nicht. Natürlich begänne jetzt der Kampf um die Zerstörung eures Geldes, da ihr es abgezogen habt und keiner mehr mit euch spielen kann. Wenn aber der eigene Schaden die geistig Gestörten kuriert, dann sollten wir diesen idiotischen Giermeiern mal so richtig in die Fresse treten!

  • Obama wird, wenn auch keine Loesung, sicherlich einen grossen Spruch auf Lager haben ;-)

  • Die Banken haben ja ordentlich Geld verloren und die Kurse springen nach oben. Vermutlich Zeit sich mit Puts einzudecken. Eigentlich hat sich ja am Problem nicht viel geaendert. Sie haben jetzt mal 50 Prozent verloren und die nicht gedeckten 20-30 Prozent folgen auch noch. Dann gibt es immer noch Spanien, Portugal, Italien, Belgien etc. Ausser den Chinesen wird ja wohl niemand so dumm sein, von solchen Laendern Staatsanleihen zu kaufen - vielleicht gerade mal die EZB.

    Der Aktienmarkt ist wohl mittlerweile wirklich mehr was fuer Daytrader. Aber denen empfehle ich ich fuer den richtigen Kick Waehrungstransaktionen.

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