Wall Street
New York schwingt sich ins Plus

Die Eurokrise und der Rückgang der deutschen Exporte beschäftigte auch die Anleger in den USA. Doch besonders zum Handelsschluss hin stiegen die Kurse. Ein Imbiss-Gigant erlitt trotzdem Rückschläge.
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New YorkDie Aussicht auf eine Entspannung der Euro-Schuldenkrise hat die US-Börsen am Freitag angetrieben. Kreisen zufolge will Spanien noch am Wochenende beim Euro-Rettungsfonds EFSF einen Hilfsantrag zur Stützung seiner angeschlagenen Banken stellen. Viele Anleger zeigten sich erleichtert über diese Aussicht und rangen sich deshalb zu Investitionen durch.

Gleichzeitig jedoch bereiteten die wirtschaftlichen Folgen des Schuldendramas Sorgen: Die Krise scheint mittlerweile die Konjunkturlokomotive Deutschland abzuwürgen und verdarb McDonalds die Geschäfte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,75 Prozent fester mit 12.554 Punkten. Das war zugleich der Tageshöchststand, nach einem Tagestief von 12.398 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,8 Prozent auf 1325 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq um ein Prozent auf 2858 Punkte.

Für diese Woche ergab sich damit beim Dow ein Plus von 3,6 Prozent, für den S&P von 3,7 und die Nasdaq von vier Prozent. Für den S&P bedeutete dies zugleich den kräftigsten Anstieg binnen einer Woche in diesem Jahr. Der Dax in Frankfurt verlor 0,2 Prozent auf 6130 Zähler.

Spanien wird wohl am Samstag Unterstützung zur Stützung seiner Banken beantragen, erfuhr Reuters am Freitag. Investoren deckten sich daher vorsorglich ein, vor allem Papiere defensiver Branchen wie aus dem Bereich Telekom und Gesundheit legten zu.

Für Beunruhigung sorgte die Nachricht, dass die deutsche Konjunktur schwächelt - die Exporte fielen im April zum ersten Mal in diesem Jahr. Zugleich brachen auch die Ausfuhren von US-Unternehmen in die EU im April um 11,1 Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar ein.

Zum Wochenende stachen wenige Einzelwerte hervor. Apple erwägt, den Verkaufsstart von Samsungs neuem Smartphone Galaxy S III per Gerichtsbeschluss zu stoppen. Die Aktie legte leicht zu.

Zu den Verlierern gehörten McDonald's mit einem Minus von 0,7 Prozent. Die weltgrößte Burger-Kette warnte, die Sparmaßnahmen in Europa belasteten das Ergebnis. Im Mai ging der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3,3 Prozent zurück.

Nach einer langen Durststrecke scheint es für den US-Ölkonzern Chesapeake langsam wieder bergauf zu gehen. Das Unternehmen plant den Verkauf von Unternehmenswerten im Wert von mehr als vier Milliarden Dollar. Der Anteilsschein legte 2,8 Prozent zu.

Papiere von Navistar stiegen um knapp 18 Prozent. Der Investor Carl Icahn hatte zuvor mitgeteilt, seinen Anteil an dem LKW-Bauer ausgebaut zu haben. Zudem erklärte die italienische Fiat, am US-LKW-Markt interessiert zu sein - was Spekulationen schürte, Fiat könne an Navistar interessiert sein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,69 Milliarden Aktien den Besitzer. 2108 Werte legten zu, 875 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,39 Milliarden Aktien 1639 im Plus, 838 im Minus und 115 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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