Wall Street
New Yorker Börse schließt im Minus

Enttäuschung an den Märkten: Die lang erwartete Veröffentlichung der Fed-Protokolle brachten am Mittwoch kein klares Signal für einen Ausstieg aus der billigen Geldpolitik. Die Anleger reagierten mit lustlosem Handel.
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New YorkDie US-Börsen haben am Mittwoch eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Händler mussten erst einmal das Zinsprotokoll der US-Notenbank Fed von Ende Juli verdauen. Die Federal Reserve kann sich weiter nicht zu einem klaren Signal für ein baldiges Eindämmen der großen Geldschwemme durchringen.

Aus den Protokollen geht kein Zeitplan für den Einstieg in den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes hervor. Der zwölfköpfige Offenmarktausschuss (FOMC) um Fed-Chef Ben Bernanke zeigte sich uneins, wann die Konjunkturhilfen zurückgefahren werden sollen.

Viele Teilnehmer an den Finanzmärkten haben sich darauf eingestellt, dass die Fed im nächsten Monat mit dem Herunterfahren der Konjunkturhilfen beginnt. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer ist sich da nicht so sicher: "Der September ist noch nicht in trockenen Tüchern." Womöglich werde es erst im Dezember so weit sein, insbesondere wenn der Arbeitsmarktbericht im kommenden Monat "nur so lala" ausfalle.

Auf Unternehmensseite standen erneut Quartalsergebnisse von Einzelhändlern im Mittelpunkt. Der Büroartikel-Spezialist Staples enttäuschte, während der Baumarktriese Lowe's positiv überraschte. Das Handelsaufkommen war gering.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,7 Prozent tiefer auf 14.897 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,6 Prozent auf 1642 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,4 Prozent auf 3599 Punkte. Der Dax schloss vor der Veröffentlichung der Protokolle 0,2 Prozent tiefer bei 8285 Punkten.

Lowe's konnte wie schon sein größerer Rivale Home Depot im abgelaufenen Quartal von der Erholung am US-Immobilienmarkt profitieren. Denn die Bürger steckten wieder mehr Geld in den Ausbau oder die Renovierung ihrer Häuser. Das Unternehmen steigerte deswegen Gewinn und Umsatz stärker als erwartet. Die Anleger freute dies und griffen zu. Die Aktie legte knapp vier Prozent zu. In den USA wurden im Juli außerdem so viele Eigenheime verkauft wie seit November 2009 nicht mehr. Der Absatz stieg auf das Jahr hochgerechnet um 6,5 Prozent auf 5,39 Millionen. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus auf 5,15 Millionen gerechnet. Dies ist ein weiterer Beleg auf den Aufwärtstrend am US-Immobilienmarkt.

Bei Staples lief es dagegen nicht rund. Der Gewinn des Büroausstatters fiel geringer aus als erwartet, und das Unternehmen schraubte vor allem wegen einer Schwäche im Ausland seine Jahresziele herunter. Der Anteilsschein brach um mehr als 15 Prozent ein.

Kritisch wurde eine neue Handelspanne an den US-Börsen bewertet. Goldman Sachs hatte am Dienstag wegen technischer Probleme versehentlich eine Flut an Geschäften mit Aktienoptionen getätigt und damit kurzzeitig den Markt in Aufruhr versetzte. "Das zeigt wieder einmal, wie abhängig die Märkte von der Technik sind", sagte ein Händler. Daraus resultierende Probleme für Goldman Sachs wurden kaum erwartet. Die Aktien ließen 1,5 Prozent Federn.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 660 Millionen Aktien den Besitzer. 836 Werte legten zu, 2191 gaben nach und 83 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,43 Milliarden Aktien 808 im Plus, 1696 im Minus und 98 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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