Wall Street
Ölpreisanstieg lastet auf US-Börsen

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New YorkBelastet von anhaltenden Kämpfen in Libyen und einem erneuten Ölpreis-Anstieg haben sich die US-Börsen am Mittwoch uneinheitlich gezeigt.

Negativ wirkte sich auch eine Auktion portugiesischer Staatsanleihen aus. Händler sagten, Anleger hätten auch nach dem Verkauf der Bonds Sorgen, dass Portugal unter den EU-Rettungsschirm flüchten müsse. Optimistisch stimmten dagegen Analystenprognosen für den IT-Konzern IBM.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte tendierte leicht im Minus bei 12.213 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 12.156 und 12.257 Zählern.

Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 1320 Zähler.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 2751 Punkte nach. In Frankfurt schloss der Dax 0,5 Prozent niedriger bei 7131 Zählern.

In Libyen sind die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi weiter auf dem Vormarsch. Im Osten des Landes ist der wichtige Ölhafen Ras Lanuf und dessen Umgebung weiterhin heftig umkämpft. Rebellen und Gaddafi-treue Streitkräfte warfen sich gegenseitig vor, Ölanlagen gesprengt zu haben. Nach der jüngsten Entspannung verteuerten sich die Ölpreise wieder: Der Preis der Nordseesorte Brent legte mehr als zwei Prozent auf 115,50 Dollar pro Barrel zu.

Bei manchen Anlegern geht die Angst um, dass die Wirtschaftserholung gestoppt werden könnte. Dazu gibt es neue Sorgen wegen der Schuldenkrise in Europa: Portugal lieh sich am Finanzmarkt eine Milliarde Euro, musste dabei jedoch hohe Zinsen in Kauf nehmen. Bei der Emission zweijähriger Staatsanleihen verlangten Investoren eine Durchschnittsrendite von 5,993 Prozent und damit deutlich mehr als bei der vergangenen Auktion, als das Land noch mit 4,086 Prozent davongekommen war.

Einige Börsianer stellten sich die Frage, wie viele Hiobsbotschaften der Markt noch verkraften kann. „Ich würde zwar nicht darum wetten, aber wenn die negativen Nachrichten den S&P auf 1300 Punkte gedrückt haben sollten, könnten wir reif sein für eine wohlverdiente Pause“, sagte Analyst Ryan Detrick von Schaeffer's Investment Research.

Bei den US-Einzelwerten standen die Aktien des Netzwerkausrüsters Finisar auf den Verkaufslisten. Der Kurs brach um mehr als 38 Prozent ein, nachdem der Konzern eine trübe Prognose für das vierte Quartal abgegeben hatte. Dem Chiphersteller Texas Instruments setzen sinkende Verkaufszahlen zu. Die Nachfrage nach Chips für PCs war im Februar schwächer als erwartet. Der Konzern erwartet nun für das laufende erste Quartal einen niedrigeren Gewinn als zuvor. Die Aktie büßte 3,1 Prozent ein.

Gefragt waren dagegen die Aktien des IT-Konzerns IBM, nachdem einige Analysten das Kursziel erhöht hatten. Der Anteilsschein legte um 2,2 Prozent zu und hatte im Laufe des Tages den höchsten Stand seit 1973 erreicht. Papiere des weltgrößten Solarmodul-Herstellers Suntech lagen 1,9 Prozent im Plus. Der an der New Yorker Börse notierte chinesische Konzern steigerte seinen Umsatz am Jahresende um 60 Prozent und vervielfachte seinen Gewinn. Zur Überraschung der Börsianer senkte das Unternehmen zudem trotz der Kürzung staatlicher Solarsubventionen seine Geschäftsziele für dieses Jahr nicht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 1417 Werte legten zu, 1560 gaben nach und 116 blieben unverändert.

An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,99 Milliarden Aktien 1079 im Plus, 1536 im Minus und 113 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 21/32 auf 101-08/32. Sie rentierten mit 3,475 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 31/32 auf 102-09/32 und hatten eine Rendite von 4,609 Prozent.

Reuters

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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