Wall Street
Optimisten wie Skeptiker holen US-Börsen ins Plus

Obwohl starke Handelsdaten aus China an der Wall Street die Konjunkturoptimisten auf den Plan riefen, setzen Anleger auf konjunktur-unabhängige Versorger-Aktien. Trotzdem macht sich ein Aufwärtstrend bemerkbar.
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New YorkStarke Handelsdaten aus China haben am Dienstag den Konjunkturoptimisten an den New Yorker Aktienmärkten Rückenwind gegeben.

Zu den größten Gewinnern zählten die Aktien von Versorgern. Händler werteten dies als Anzeichen dafür, dass Investoren trotz der guten Daten aus der Volksrepublik derzeit auf Nummer sicher gehen und dem Aufschwung nicht trauen. Versorger-Aktien gelten als konjunktur-unabhängig.

Bei den Einzelwerten geriet vor allem Microsoft unter Druck, nachdem der Software-Konzern die milliardenschwere Übernahme des Online-Telefondienstes Skype angekündigt hatte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent fester bei 12.760 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 12.681 und 12.781 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,8 Prozent auf 1357 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,0 Prozent auf 2871 Punkte. Der Versorger-Index legte 1,3 Prozent zu. In Frankfurt stieg der Dax um 1,2 Prozent auf 7501 Zähler und machte damit die Vortagesverluste wett.

Die US-Anleger hoffen darauf, dass China als Konjunkturlokomotive die Weltwirtschaft weiter antreibt. Die jüngsten Handelsdaten aus der Volksrepublik bestätigten sie darin: Der Exportweltmeister hatte im April so viele Waren ins Ausland verkauft wie nie zuvor.

„Die chinesischen Handelsdaten zeigen, dass sich andere große und aufstrebende Volkswirtschaften festigen“, sagte Anlagestratege Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. „Die Weltwirtschaft festigt sich weiter.“

Bei den Einzelwerten standen insbesondere die Aktien von Microsoft im Blick. Der Aktienkurs rutschte um 0,6 Prozent ab, nachdem der Softwarekonzern den Kauf des Online-Telefondienstes Skype für 8,5 Milliarden Dollar angekündigt hatte. Es handelt sich um die bislang größte Übernahme in der Geschichte von Microsoft. Analysten halten den Kaufpreis für sehr hoch.

Skype gehört einer Gruppe von Finanzinvestoren, zu rund einem Drittel ist noch das Internetauktionshaus Ebay beteiligt. Der Ebay-Kurs stieg um 2,5 Prozent.

Zu den Gewinnern an der Wall Street zählten auch die Anleger des Kopiergeräte-Herstellers Xerox, die sich über einen Kursanstieg von 2,8 Prozent freuen konnten. Das US-Unternehmen hatte zuvor seine Umsatzprognose angehoben. Xerox will vor allem sein Geschäftsfeld mit technischen Dienstleistungen ausbauen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,83 Milliarden Aktien den Besitzer. 2448 Werte legten zu, 564 gaben nach und 105 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Milliarden Aktien 1910 im Plus, 648 im Minus und 116 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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