Wall Street Schlussbericht
Konjunktursorgen drücken US-Börsen ins Minus

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag angesichts überraschend schwacher US-Konjunkturdaten mit Kursverlusten geschlossen. Zudem drückte ein Zeitungsbericht über den sich ausweitenden Spionageskandal bei Hewlett-Packard die Stimmung am Markt.

HB NEW YORK. Demnach soll auch Konzernchef Mark Hurd in einen Spionageskandal verwickelt sein, der den US-Computerkonzern schon länger beschäftigt. Deutliche Verluste verzeichneten außerdem die Aktien der Drogerieketten wie Branchenprimus Walgreen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,69 Prozent tiefer bei 11 533 Zähler, nachdem er sich im Handelsverlauf zwischen 11 501 und 11 630 Punkten bewegt hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index lag mit 0,5 Prozent im Minus bei 1318 Punkten. Die US-Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,67 Prozent auf 2237 Punkte.

Entscheidend für die Kursverluste war Händlern zufolge der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia. Dieser fiel im September unerwartet stark, was Experten als Zeichen für eine Abkühlung der US-Wirtschaft werteten: „Das deutet darauf hin, dass Herstellerfirmen ihre Produktion drosseln, da sie wahrscheinlich eine geringere Nachfrage erwarten“, sagte Neil Wolfson von Wilmington Trust Investment Management in New York. Mit einem Wert von minus 0,4 zeigte der Index für diesen Monat erstmals seit über drei Jahren einen Rückgang der Industrietätigkeit in Philadelphia und Umgebung an.

Die Aktien der Drogeriekette Walgreen brachen um 7,4 Prozent auf 46,28 Dollar ein. Auslöser war eine Ankündigung des Handelsriesen Wal-Mart, seine Arzneimittelpreise im Bundesstaat Florida zu senken. „Das ist eine interessante Strategie, um die Kunden anzulocken“, sagte Giri Cherukuri von OakBrook Investments LLC. Wal-Mart-Aktien lagen dennoch im allgemeinen Markttrend und tendierten 0,8 Prozent schwächer bei 48,46 Dollar.

Die Papiere von HP schlossen 5,2 Prozent tiefer bei 34,87 Dollar. Die „Washington Post“ hatte berichtet, dass auch HP-Chef Hurd in den Spionageskandal des Konzerns verwickelt sein soll. HP erklärte nach Börsenschluss, Hurd werde sich am Freitag zu dem Fall äußern. Auch die Papiere von Boeing verzeichneten trotz positiver Nachrichten über eine Reihe von Aufträgen in Milliardenhöhe leichte Kursverluste. Die Aktien des US-Flugzeugkonzerns fielen um 0,1 Prozent auf 76,11 Dollar.

Entgegen dem Trend verteuerten sich die Aktien des Energiekonzerns Exxon Mobil. Auslöser war ein Ansteigen der Ölpreise. US-Leichtöl verteuerte sich um knapp einen Dollar auf 61,71 Dollar pro Barrel (knapp 159 Liter), nachdem sie am Vortag auf ihren tiefsten Punkt seit einem halben Jahr gefallen waren. Exxon-Papiere legten um rund einen Prozent auf 64,78 Dollar zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,67 Mrd. Aktien den Besitzer. 1365 Werte legten zu, 1976 gaben nach und 126 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Mrd. Aktien 1095 im Plus, 1902 im Minus und 150 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 23/32 auf 101-26/32. Sie rentierten mit 4,642 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 35/32 auf 95-20/32 und hatten eine Rendite von 4,778 Prozent.

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