Wall Street
Schuldenkrise verunsichert Wall Street

Im Streit um die US-Schuldenkrise ist keine Lösung in Sicht. Das drückt auf die Stimmung an den US-Börsen. Auch die Apple-Zahlen können die Anleger nicht aus dem Stimmungstief holen.
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New YorkGlänzende Quartalszahlen des Technologiekonzerns Apple haben die Wall Street am Mittwoch wegen der Schuldenkrisen in den USA und Europa nicht mitreißen können. Zwar lagen die Papiere des Unternehmens nach einem Umsatz- und Gewinnrekord im zweiten Quartal um knapp drei Prozent im Plus. Dennoch gab es beim Nasdaq ein Minus, während sich Dow Jones und S&P 500 lustlos zeigten.

Noch am Vortag hatten Zahlen von International Business Machines (IBM) und Coca-Cola für Euphorie gesorgt. Am Mittwoch drängten sich aber die ungelösten Schuldenprobleme in den Vordergrund. Auch Nachrichten von der US-Konjunktur konnten die Kurse nicht stützen: Die Zahl der verkauften Bestandsimmobilien sank im Juni auf den niedrigsten Stand seit sieben Monaten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 12.571 Punkte. Er pendelte zwischen den Marken von 12.546 und 12.603. Der breiter gefasste S&P ging ebenfalls um 0,1 Prozent zurück und ging mit 1325 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,4 Prozent auf 2814 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 7221 Punkte.

Derweil geht das Pokern in der US-Schuldenkrise weiter. Während Präsident Barack Obama vorsichtige Hoffnung auf eine Einigung äußerte, setzen die Republikaner im Parlament demonstrativ auf Kompromisslosigkeit. Sie verabschiedeten in der Abgeordnetenkammer einen Gesetzentwurf, gegen den Obama bereits ein Veto angekündigt hatte. Der Entwurf wurde am Dienstagabend mit 234 gegen 190 Stimmen in der mehrheitlich republikanischen Kammer verabschiedet. Er hat wegen seinen radikalen Einsparungen im Sozialbereich aber keine Chance im mehrheitlich demokratischen Senat. Außerdem kritisiert das Regierungslager einen Verfassungszusatz in dem Entwurf, wonach künftige Haushalte immer ausgeglichen sein muss.

Die Unsicherheit durch die US-Schuldenkrise hat am Mittwoch auf die Preise von Staatsanleihen gedrückt. Die zehnjährigen Papiere gaben um 13/32 auf 101-19/32 nach. Sie rentierten mit 2,935 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 32/32 auf 102-1/32 und hatten eine Rendite von 4,254 Prozent.

Apple verdiente im vergangenen Vierteljahr mehr als jemals zuvor und gleichzeitig ein Drittel mehr als Börsianer erwartet hatten: Der Quartalsgewinn legte innerhalb eines Jahres um mehr als das Doppelte auf 7,31 Milliarden Dollar zu, der Umsatz stieg um gut 80 Prozent auf 28,57 Milliarden Dollar.

Die Titel der American-Airlines-Muttergesellschaft AMR lagen 0,2 Prozent im Minus, nachdem das Unternehmen mit der Bestellung von insgesamt 460 Flugzeugen bei Airbus- und Boeing den größten Auftrag in der Luftfahrtgeschichte erteilte. Davon profitierten die Aktien von Boeing, die 2,2 Prozent zulegten. Für die Airbus-Mutter EADS gab es in Paris sogar ein Plus von 3,6 Prozent. Tagsüber hatte AMR zeitweise deutlich im Plus gelegen.

Zu den Verlierern gehörten die Titel von Yahoo, weil der Internetkonzern gegenüber Facebook und Google weiter an Boden verliert. Anleger sahen die jüngste Firmenbilanz als weitere Enttäuschung und schickten die Aktien auf Talfahrt: Sie büßten 7,6 Prozent ihres Wertes ein und drückten auch auf den Nasdaq insgesamt. Auch die Titel von United Technologies gaben um 1,8 Prozent nach, obwohl das Unternehmen vor Börseneröffnung seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr angehoben hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 1659 Werte legten zu, 1317 gaben nach, und 94 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,87 Milliarden Aktien 1023 im Plus, 1532 im Minus und 93 unverändert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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