Wall Street
Sorgen um Weltwirtschaft lasten auf US-Börsen

Enttäuschende Zahlen der chinesischen Exportwirtschaft haben an der Wall Street zu Wochenbeginn die Laune vieler Investoren verdorben. Im Oktober fiel das Ausfuhrvolumen der Volksrepublik überraschend kräftig.

New YorkEnttäuschende Konjunkturdaten aus China und eine pessimistischere Prognose für die Weltwirtschaft haben US-Investoren zu Wochenbeginn die Laune verdorben. An der Wall Street gaben die wichtigsten Indizes jeweils rund ein Prozent nach, die Anleger trennten sich am Montag von Aktien in den verschiedensten Sektoren. Den Börsianern bereitete Kopfschmerzen, dass das chinesische Exportvolumen im Oktober überraschend kräftig um 6,9 Prozent geschrumpft war. Die Einfuhren der Volksrepublik, die zu den wichtigsten Handelspartnern der USA gehört, nahmen sogar knapp 19 Prozent ab. Für Ernüchterung sorgte auch die Industriestaaten-Organisation OECD, die ihre Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum wegen Problemen in den Schwellenländern im kommenden Jahr auf 3,3 von bislang 3,6 Prozent senkte.

Der Dow-Jones -Index der Standardwerte schloss ein Prozent niedriger bei 17.730 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab ebenfalls rund ein Prozent nach und notierte bei 2078 Stellen. Das Barometer der Technologiebörse Nasdaq fiel um ein Prozent auf 5095 Zähler. In Frankfurt ging der Dax 1,6 Prozent schwächer auf einem Stand von 10.815 Punkten aus dem Handel.

Zweifel am Wachstum der erfolgsverwöhnten chinesischen Wirtschaft konnten der Wall Street in den vergangenen Wochen wenig anhaben. Doch die Rally könnte nun vorerst zu Ende sein, sagte Gary Kaltbaum, Präsident vom Finanzdienstleister Kaltbaum & Associates.

Bei den Einzelwerten ging es für die Anteilsscheine des Reiseportalanbieters Priceline mit einem Minus von gut neun Prozent besonders steil abwärts. Das Unternehmen enttäuschte die Anleger mit seiner Gewinnprognose für das laufende Quartal. Diesem Sog konnte sich auch Rivale Expedia nicht entziehen, die Papiere notierten 2,9 Prozent schwächer.

Auch Yahoo kehrten die Anleger den Rücken. Einem Medienbericht zufolge holt sich der schwächelnde Internet-Pionier McKinsey ins Haus, um den Konzernumbau voranzutreiben. Yahoo-Aktien gaben 1,5 Prozent nach.

Im Fokus der Investoren stand zudem eine Fusion in der Holzbranche. Die Anteilsscheine von Plum Creek Timber schossen rund 17 Prozent in die Höhe. Der größere Rivale Weyerhaeuser will den Konzern für mehr als acht Milliarden Dollar kaufen. Der Weyerhaeuser-Kurs sank um drei Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 970 Millionen Aktien den Besitzer. 626 Werte legten zu, 2477 gaben nach und 92 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,84 Milliarden Aktien 848 im Plus, 1965 im Minus und 144 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 4/32 auf 96-31/32. Die Rendite stieg auf 2,347 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 13/32 auf 95-14/32 und rentierte mit 3,111 Prozent. Händler erklärten die Abschläge mit Spekulationen auf eine baldige Zinswende und der milliardenschweren Auktion von neuen Staatspapieren in dieser Woche.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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