Wall Street: Technologie-Riesen helfen US-Börsen

Wall Street
Technologie-Riesen helfen US-Börsen

Beflügelt von Kursgewinnen bei Technologiewerten hat die Wall Street zugelegt. Gute Nachrichten vom US-Softwarehersteller Oracle und vom kanadischen Blackberry-Hersteller Research in Motion hätten die Stimmung aufgehellt, sagten Börsianer. Beide Konzerne hatten am Donnerstagabend unerwartet gute Zahlen und Prognosen vorgelegt.
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HB NEW YORK. An der Wall Street herrscht weiter verhaltene Zuversicht. Zum Wochenschluss stützten überzeugende Geschäftszahlen von den Technologie-Größen Oracle und Research in Motion (RIM) die US-Aktienmärkte und drängten enttäuschende Konjunkturdaten in den Hintergrund. Die wichtigen Indizes gingen am Freitag mit geringen Kursgewinnen aus dem Handel, und auch die Wochenbilanz ist positiv. Die Anleger steckten zuletzt einige Negativnachrichten robust weg und warten nun auf die nächsten Kaufsignale. „Die Optimisten zeigen, dass sie am Markt den Ton angeben und in Kauflaune sind“, brachte Marktstratege Jeffrey Friedman von Lind-Waldock die Stimmung auf den Punkt. Kommende Woche stehen die Zinssitzung der US-Notenbank (Fed) und weitere Geschäftsberichte an.

Mit der Schlussglocke notierte der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Freitag 0,1 Prozent höher mit 10 608 Zählern. Das Marktbarometer bewegte sich zwischen 10 567 und 10 650 Punkten. In der abgelaufenen Handelswoche legte es 1,4 Prozent zu. Der breiter gefasste S&P-500 beendete die Sitzung ebenfalls 0,1 Prozent im Plus mit 1126 Zählern. Marktstrategen sehen einen technischen Widerstand bei 1130 Punkten. Wenn dieser gebrochen wird, könnte dies eine Kaufwelle auslösen. Auf Wochensicht legte der S&P-500 1,5 Prozent zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann am letzten Handelstag 0,5 Prozent auf 2316 Punkte und in der Woche 3,3 Prozent. In Frankfurt hatte der Dax am Freitag 0,6 Prozent tiefer auf 6209 Zählern geschlossen.

In New York wurde der Markt durch eine Eintrübung des US-Konsumklimas belastet. Dieses ist so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr, wie der Index von Thomson Reuters und der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen zeigt. Er ging im September überraschend zurück. Nach den jüngsten Kursgewinnen nutzten zudem manche Investoren zum Wochenschluss die Gelegenheit, um Kasse zu machen, wie Analyst Nick Kalivas von MF Global sagte.

Insbesondere Technologiewerte standen im Fokus. Der weltweit drittgrößte Software-Produzent Oracle und der Blackberry-Hersteller RIM legten Quartalszahlen und Geschäftsprognosen vor, die über den Erwartungen von Börsianern lagen. Die Aktien des SAP-Rivalen Oracle rauschten um 8,3 Prozent nach oben. RIM lagen zum Handelsschluss nur noch 0,3 Prozent höher, im Verlauf war das Plus deutlich höher gewesen.

Der Chiphersteller Texas Instruments (TI) erhöhte sein Aktienrückkaufprogramm und hob seine Quartalsdividende an. Dies gab dem Kurs Auftrieb, die Titel notierten drei Prozent im Plus.

Nur mäßig wurde das Marktgeschehen vom großen Verfall an den Terminmärkten bestimmt, den Börsianer „Hexensabbat“ nennen. An diesem Tag laufen Optionen auf Einzelaktien und Indizes sowie die Terminkontrakte auf Indizes aus. Oft schwanken dann die Kurse stark, weil manche Anleger versuchen, diese in die für sie günstige Richtung zu treiben. Diesmal blieben die Handelsausschläge aber relativ gering. Marktexperten sprachen von einem erstaunlich ereignislosen Geschäft.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,86 Mrd. Aktien den Besitzer. 1774 Werte legten zu, 1214 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,55 Mrd. Aktien 1546 Titel im Plus, 1116 im Minus und 119 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen stiegen 5/32 auf 98-31/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,74 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten 13/32 zu auf 99-15/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 3,9 Prozent.

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