Wall Street
US-Anleger fürchten sich vor der Irak-Krise

Die Kämpfe im Irak sorgen für Nervosität an den Börsen. Die Anleger an Wall Street schauen vor allem auf die amerikanischen Währungshüter, die über die Geldpolitik beraten.
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New YorkAn der Wall Street sorgt die Islamisten-Offensive im Irak und die Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft für Verunsicherung. Börsianer gehen daher davon aus, dass die Investoren vorsichtiger agieren werden. Der steigende Ölpreis und die Sorge um eine Verschärfung des Konflikts dürften vor allem Aktien aus den Bereichen Energie und Militär in den Fokus der Investoren rücken.

Für Kate Warne, Investmentstrategien bei Edward Jones, ist es naheliegend, dass Aktien aus dem Verteidigungssektor von einer Verschärfung der Lage im Irak profitieren dürften. Allerdings bedeute dies nicht zwangsläufig, dass Anleger nun ausschließlich in Werte aus dem Verteidigungsbereich strömen, in der Erwartung, dass die Umsätze der Militär-Unternehmen im Zuge neuer Regierungsaufträge anziehen.

Die USA planen derzeit keinen Einsatz ihrer Soldaten gegen islamistische Rebellen im Irak. Er werde in den kommenden Tagen jedoch andere Optionen prüfen, hatte US-Präsident Barack Obama am Freitag in Washington gesagt.

Mit Spannung blicken Börsianer zudem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch und die anschließende Pressekonferenz ihrer Chefin Janet Yellen. Die Fed werde wohl nur die erneute Reduzierung der monatlichen Wertpapierkäufe auf 35 von derzeit 45 Milliarden Dollar ankündigen, schreiben die Commerzbank-Analysten Bernd Weidensteiner und Christoph Balz in einem Kommentar. Die US-Zinswende werde aber früher kommen als bislang allgemein erwartet. "Die US-Wirtschaft steht besser da als viele vermuten", betonten sie.

Hinweise auf den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft erhoffen sich Börsianer unter anderem vom Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Philly Fed) am Donnerstag. Von Reuters befragte Analysten sagen für Juni einen Rückgang auf 14,8 Punkte von 15,4 Zählern voraus. Das Stimmungsbarometer der New Yorker Fed (Montag) sei auf 15,7 Stellen von 19,01 Punkten zurückgegangen.

Bei den Unternehmen steht erneut der Übernahmepoker um Alstom im Fokus. Börsianer rechnen mit Klarheit über ein mögliches offizielles Gebot von Siemens und seinen Partnern Mitsubishi und Hitachi für den französischen Technologie-Konzern. Die drei wollen den US-Rivalen General Electric (GE) ausstechen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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