Wall Street: US-Börsen geben vor Trump-Rede nach

Wall Street
US-Börsen geben vor Trump-Rede nach

Die Erwartungen der Investoren an Donald Trumps Rede vor dem US-Kongress sind hoch. Im Vorfeld daran Street schließt die Wall Street im Minus. Auf die Stimmung drückten auch neue Daten zum US-Wirtschaftswachstum.
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New YorkVor dem Kongress-Auftritt von US-Präsident Donald Trump hat die Wall Street am Dienstag nachgegeben. Die Investoren knüpften hohe Erwartungen an Trumps erste Ansprache vor beiden Parlamentskammern. Sie erhofften sich Hinweise darauf, welche konkreten Pläne Trump zur Erfüllung wichtiger Versprechen vorlegen wird. Dazu gehören insbesondere die Steuerpolitik, Infrastrukturinvestitionen und Bürokratieabbau.

„Wir warten einfach darauf, heute Abend mehr Fleisch auf diese Knochen zu bekommen“, sagte Portfoliomanager Mark Spellman vom Vermögensverwalter Alpine Funds. „Wir haben nur allgemeine Ankündigungen und versuchen nun herauszufinden, wie diese umgesetzt werden sollen.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer bei 20.812 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,3 Prozent auf 2363 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,6 Prozent auf 5825 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 0,1 Prozent fester bei 11.834 Punkten aus dem Handel.

Auf die Stimmung an der Wall Street drückten zudem neue Daten zum US-Wirtschaftswachstum. Dieses schwächte sich 2016 auf 1,6 Prozent ab. Trump will die Konjunktur ankurbeln. Bereits am Montag hatte er massive Investitionen in die Infrastruktur und eine deutliche Aufstockung des Wehretats in Aussicht gestellt. Der Dow hatte daraufhin den zwölften Handelstag hintereinander auf Rekordniveau geschlossen. Das hat es seit 1987 nicht mehr gegeben.

Unter den Einzelwerten standen Target im Rampenlicht. Der Kurs des Einzelhandelskonzerns stürzte um rund zwölf Prozent ab, nachdem das Management vor anhaltenden Umsatzeinbußen in diesem Jahr gewarnt hatte.

Zu den Verlierern zählten auch die Aktien des Arzneimittelherstellers Perrigo, die 11,7 Prozent einbrachen. Das Unternehmen verschob die Veröffentlichung seines Jahresberichts.

Unter Druck standen ferner Finanzwerte, die im Schnitt 0,2 Prozent einbüßten. Charles Schwab sackten 3,2 Prozent ab. Der Finanzmakler kündigte eine Verringerung bestimmter Marktgeschäfte an.

Auch die Aktionäre des Pharmakonzerns Valeant hatten nichts zu lachen. Ein enttäuschender Gewinnausblick sorgte für Kursverluste von 13,94 Prozent. Der Konzern sitzt auf einem hohen Schuldenberg und versucht, diesen mithilfe von Teilverkäufen abzuschmelzen. Nach Fehlern bei der Rechnungslegung, mehreren Wechseln im Management und enttäuschenden Geschäftszahlen hatte die Aktie im vergangenen Jahr 80 Prozent an Wert verloren.

Die Anleger von Priceline freuten sich indes über besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen des Betreibers von Online-Reiseportalen. Die Anteile legten um 5,64 Prozent zu.

Der Kurs des Euro rutschte im New Yorker Geschäft wieder unter die Marke von 1,06 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0577 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0597 (Montag: 1,0587) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9437 (0,9446) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,19 Milliarden Aktien den Besitzer. 1057 Werte legten zu, 1888 gaben nach, und 136 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,24 Milliarden Aktien 648 im Plus, 2249 im Minus und 179 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 1/32 auf 98-31/32. Die Rendite sank auf 2,365 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich 11/32 auf 100-20/32 und rentierte mit 2,97 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit Käufen der Investoren zum Monatsende.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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