Wall Street US-Börsen geben vor Trump-Rede nach

Die Erwartungen der Investoren an Donald Trumps Rede vor dem US-Kongress sind hoch. Im Vorfeld daran Street schließt die Wall Street im Minus. Auf die Stimmung drückten auch neue Daten zum US-Wirtschaftswachstum.
Update: 28.02.2017 - 23:11 Uhr Kommentieren
Hohe Erwartungen an Trumps erste Ansprache vor dem Kongress. Quelle: AFP
Händler an der Börse New York

Hohe Erwartungen an Trumps erste Ansprache vor dem Kongress.

(Foto: AFP)

New YorkVor dem Kongress-Auftritt von US-Präsident Donald Trump hat die Wall Street am Dienstag nachgegeben. Die Investoren knüpften hohe Erwartungen an Trumps erste Ansprache vor beiden Parlamentskammern. Sie erhofften sich Hinweise darauf, welche konkreten Pläne Trump zur Erfüllung wichtiger Versprechen vorlegen wird. Dazu gehören insbesondere die Steuerpolitik, Infrastrukturinvestitionen und Bürokratieabbau.

„Wir warten einfach darauf, heute Abend mehr Fleisch auf diese Knochen zu bekommen“, sagte Portfoliomanager Mark Spellman vom Vermögensverwalter Alpine Funds. „Wir haben nur allgemeine Ankündigungen und versuchen nun herauszufinden, wie diese umgesetzt werden sollen.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer bei 20.812 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,3 Prozent auf 2363 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,6 Prozent auf 5825 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 0,1 Prozent fester bei 11.834 Punkten aus dem Handel.

So viel schütten die Dax-Unternehmen aus

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+4,47 +0,04%
Chart von DAX ®
Dax
1 von 31

Die diesjährigen Hauptversammlungen der 30 Dax-Konzerne versprechen rekordhohe Ausschüttungen – insgesamt knapp 31 Milliarden Euro. Voraussichtlich 21 Konzerne erhöhen ihre Dividende.

Die Rendite im Dax liegt im Mittel seit dem Jahr 2004 bei gut drei Prozent. Sehen Sie die Einschätzung zur Dividende – sortiert nach der (geschätzten) Höhe der Dividendenrendite aller Firmen.

Mehr dazu lesen Sie auch in dieser ausführlichen Handelsblatt-Analyse.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
Xetra

+0,09 +0,29%
+31,55€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat1
2 von 31

Pro Sieben Sat1: Die höchste Dividendenrendite gibt es direkt vom Dax-Aufsteiger 2016. Mit erwarteten 1,91 Euro je Aktie schüttet das Medienunternehmen damit 80 bis 90 Prozent des bereinigten Konzernüberschusses aus. Das ist für Dax-Unternehmen jedoch die absolute Ausnahme.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 1,80 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 1,91 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,9 Prozent

*geschätzt

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

-1,38 -1,90%
+71,12€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
3 von 31

Daimler: Der Automobilkonzern aus Stuttgart ist auch deswegen interessant, weil die Experten hier in diesem Jahr mit der höchsten Ausschüttungssumme rechnen – nämlich bis zu 3,5 Milliarden Euro.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 3,25 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 3,25 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,6 Prozent

*geschätzt

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
Xetra

+0,96 +0,50%
+191,54€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Allianz
4 von 31

Allianz: Der Versicherungskonzern aus München glänzt auch in diesem Jahr wieder mit einer stattlichen Dividendenrendite. In den letzten zwölf Monaten konnte der Kurs der Aktie um gut sechs Prozent zulegen.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 7,30 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 7,50 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,82 Prozent

*geschätzt

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
Xetra

+2,35 +1,29%
+184,35€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück
5 von 31

Münchener Rück, ein Dividenaristokrat: Seit 1969 hat der Rückversicherer aus München seine Dividende nicht mehr gesenkt und pflegt damit die wohl längste Tradition im Dax. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass sich das im kommenden Jahr ändern wird.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 8,25 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 8,50 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,9 Prozent

*geschätzt

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

-0,38 -0,43%
+87,74€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
6 von 31

BMW: Der Autobauer aus München darf für das abgelaufene Jahr wieder von einem Rekordgewinn ausgehen. Der Grund: Die teure 7er-Reihe verkaufte sich hervorragend. Der Konzern würde damit zum siebten Mal in Folge seine Ausschüttung erhöhen – wenn auch nur leicht.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 3,20 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 3,23 Euro
Dividendenrendite 2017*: 3,7 Prozent

*geschätzt

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

+0,06 +0,42%
+13,21€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
7 von 31

Deutsche Telekom: Die Aktie des Telekommunikationsunternehmens aus Bonn hat sich seit Anfang Dezember wieder erholt. Die Aktionäre können sich entscheiden, ob sie die Dividende ausgezahlt oder als neues Aktienpaket bekommen wollen. Im vergangenen Jahr wollten 41 Prozent der Anleger neue Aktien.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 0,55 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 0,60 Euro
Dividendenrendite 2017*: 3,7 Prozent

*geschätzt

Auf die Stimmung an der Wall Street drückten zudem neue Daten zum US-Wirtschaftswachstum. Dieses schwächte sich 2016 auf 1,6 Prozent ab. Trump will die Konjunktur ankurbeln. Bereits am Montag hatte er massive Investitionen in die Infrastruktur und eine deutliche Aufstockung des Wehretats in Aussicht gestellt. Der Dow hatte daraufhin den zwölften Handelstag hintereinander auf Rekordniveau geschlossen. Das hat es seit 1987 nicht mehr gegeben.

Unter den Einzelwerten standen Target im Rampenlicht. Der Kurs des Einzelhandelskonzerns stürzte um rund zwölf Prozent ab, nachdem das Management vor anhaltenden Umsatzeinbußen in diesem Jahr gewarnt hatte.

Zu den Verlierern zählten auch die Aktien des Arzneimittelherstellers Perrigo, die 11,7 Prozent einbrachen. Das Unternehmen verschob die Veröffentlichung seines Jahresberichts.

Unter Druck standen ferner Finanzwerte, die im Schnitt 0,2 Prozent einbüßten. Charles Schwab sackten 3,2 Prozent ab. Der Finanzmakler kündigte eine Verringerung bestimmter Marktgeschäfte an.

Auch die Aktionäre des Pharmakonzerns Valeant hatten nichts zu lachen. Ein enttäuschender Gewinnausblick sorgte für Kursverluste von 13,94 Prozent. Der Konzern sitzt auf einem hohen Schuldenberg und versucht, diesen mithilfe von Teilverkäufen abzuschmelzen. Nach Fehlern bei der Rechnungslegung, mehreren Wechseln im Management und enttäuschenden Geschäftszahlen hatte die Aktie im vergangenen Jahr 80 Prozent an Wert verloren.

Die Anleger von Priceline freuten sich indes über besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen des Betreibers von Online-Reiseportalen. Die Anteile legten um 5,64 Prozent zu.

Der Kurs des Euro rutschte im New Yorker Geschäft wieder unter die Marke von 1,06 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0577 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0597 (Montag: 1,0587) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9437 (0,9446) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,19 Milliarden Aktien den Besitzer. 1057 Werte legten zu, 1888 gaben nach, und 136 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,24 Milliarden Aktien 648 im Plus, 2249 im Minus und 179 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 1/32 auf 98-31/32. Die Rendite sank auf 2,365 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich 11/32 auf 100-20/32 und rentierte mit 2,97 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit Käufen der Investoren zum Monatsende.

  • rtr
  • dpa
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