Wall Street
US-Börsen geht die Puste aus

Nach durchwachsenen Quartalszahlen von US-Großunternehmen hat sich die New Yorker Börse am Freitag uneinheitlich präsentiert. Zum Wochenausklang drückten nach vier Handelstagen mit Kursgewinnen die Bilanzen des Mischkonzerns General Electric und der Bank of America auf die Stimmung. Dennoch war es die beste Handelswoche an der Wall Street seit Mitte März.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte tendierte zum Handelsschluss 0,4 Prozent höher bei 8743 Punkten. Im Verlauf pendelte er dabei zwischen 8674 und 8754 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 lag nahezu unverändert bei 940 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,1 Prozent auf 1886 Punkte. Im Wochenverlauf legte der Dow Jones 7,3 Prozent zu, der S&P sieben Prozent und die Nasdaq 7,4 Prozent. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 4978 Punkten ins Wochenende.

Der Gewinn des Siemens-Konkurrenten GE brach im zweiten Quartal um fast die Hälfte ein, was der Aktie des Börsenschwergewichts ein Minus von sechs Prozent einbrockte. Der Konzern gilt wegen seiner breiten Geschäftspalette als Barometer für die Entwicklung der US-Wirtschaft. Neben dem Gewinneinbruch sorgte auch der Umsatzrückgang bei GE unter Analysten für Unruhe. Die geringeren Erlöse seien allgemein ein Zeichen dieser Berichtssaison, erklärte Peter Boockvar von Miller Tabak & Co. "Das zeigt, dass wir uns noch immer in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bewegen."

Im Gegensatz zu den Konkurrenten Goldman Sachs und JPMorgan musste die Bank of America im zweiten Quartal wegen gestiegener Kreditausfälle einen Gewinnrückgang um 25 Prozent einstecken. Die Citigroup konnte ihren Gewinn dank eines Einmalertrags aus der Auslagerung ihrer Broker-Tochter Smith Barney an Morgan Stanley auf 4,3 Mrd. Dollar steigern, nachdem im vergangenen Quartal noch ein Milliardenverlust zu Buche gestanden hatte. Die Bank-of-America-Aktie fiel um 2,1 Prozent, das Citigroup-Papier sank um 0,3 Prozent.

Im Technologiesektor übertraf Google trotz des angespannten Marktumfeldes die Erwartungen bei Gewinn und Umsatz. Für das zweite Quartal gab der Internetgigant ein Gewinnplus von knapp 20 Prozent auf 1,48 Mrd. Dollar bekannt. Nachdem Intel in dieser Woche bereits überraschend starke Zahlen präsentiert hatte, waren die Erwartungen an der Wall Street aber noch höher gewesen. Die Anteilsscheine von Google gaben 2,8 Prozent nach. Anders wurden die Quartalszahlen von IBM aufgenommen. Der weltgrößte IT-Dienstleister fuhr trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs einen überraschend hohen Gewinn im zweiten Quartal ein. Vor allem die kräftige Anhebung der Jahresprognose sorgte bei Anlegern für Kauflaune. Das IBM-Papier legte um 4,3 Prozent zu.

Für etwas Erleichterung sorgte auch die Nachricht, dass sich die Lage am US-Immobilienmarkt im Juni überraschend stark verbessert hat. Die Zahl der Wohnbaubeginne stieg aufs Jahr hochgerechnet um 3,6 Prozent. Bei Einfamilienhäusern lag das Plus sogar bei 14,4 Prozent, das war der größte Anstieg seit Dezember 2004.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,29 Mrd. Aktien den Besitzer. 1469 Werte legten zu, 1498 gaben nach und 133 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Mrd. Aktien 1097 im Plus, 1534 im Minus und 136 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen auf 95-20/32. Sie rentierten mit 3,657 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken auf 95-06/32 und hatten eine Rendite von 4,545 Prozent.

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