Wall Street
US-Börsen mit Verlusten nach Bernanke-Rede

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag den fünften Handelstag in Folge Verluste verbucht. Die Indizes drehten nach einer Rede von Notenbank-Chef Ben Bernanke kurz vor Börsenschluss ins Minus.
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New YorkFed-Chf Ben Bernanke sagte, die US-Konjunktur habe an Fahrt verloren habe. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss knapp 0,2 Prozent tiefer bei 12.070 Punkten.

Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 1284 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab leicht auf 2701 Punkte nach. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 7103 Punkten aus dem Handel. Bis zu Bernankes Rede bei einer Bankenkonferenz in Atlanta hatten die US-Märkte im Plus tendiert.

Anleger griffen bei vielen Titeln zu, die nach den Kursabschlägen in der jüngsten Zeit günstig zu haben waren. Doch insgesamt herrschte wie schon an den Vortagen eine pessimistische Grundstimmung an der Wall Street, weil sich die Investoren nach wie vor Sorgen über die Lage der US-Wirtschaft machten. Bernanke zerstreute diese nicht. „Das US-Wirtschaftswachstum scheint in diesem Jahr bislang ein bisschen langsamer als erwartet auszufallen“, sagte der Notenbanker laut Redetext.

Gleichzeitig gab er keine Hinweise, dass die Fed weitere geldpolitische Wachstumsanreize unternehmen könnte, um gegenzusteuern. Es sei aber nicht davon auszugehen, dass der jüngste Schwächeanfall sehr lange anhalten werde, sagte Bernanke. In der zweiten Jahreshälfte sei mit stärkerem Wachstum zu rechnen. „Auch wenn er davon spricht, dass die Wirtschaft in der zweiten Hälfte wieder in Fahrt kommt, ist es doch ziemlich pessimistisch“, sagte Richard Gilhooly von TD Securities.

Giri Cherukuri von Oakbrook Investments sagte dagegen, die Äußerungen seien wohl als neutral einzustufen. „Ich denke, er will sich seine Möglichkeiten offen lassen.“

Der KBW-Bankenindex ging am Ende des Tages mit Verlusten aus dem Handel, er verlor 0,2 Prozent. Die Papiere der Bank of America gaben 1,7 Prozent ab.

Immerhin leicht legten die Dividendenpapiere von General Electric (GE) zu, sie notierten 0,1 Prozent im Plus. In einem Medienbericht hieß es, dass GE und Capital One Financial für das Online-Bankengeschäft des niederländischen Finanzkonzerns ING rund neun Milliarden Dollar geboten haben sollen.

Heraus stachen bei den Einzelwerten die Aktien von zwei Verpackungsmittelherstellern: International Paper legte für seinen heimischen Rivalen Temple-Inland ein feindliches Übernahmegebot über 3,3 Milliarden Dollar vor. Die Anteilsscheine von Temple-Inland schossen mehr als 40 Prozent in die Höhe, die Aktien von International Paper stiegen um 0,4 Prozent. Insgesamt fiel das Handelsvolumen dünn aus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0.93 Milliarden Aktien den Besitzer. 1684 Werte legten zu, 1297 gaben nach und 130 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1440 im Plus, 1131 im Minus und 120 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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