Wall Street
US-Börsen schließen mit Verlusten

Vor Eröffnung der Bilanzsaison agieren die US-Börsianer vorsichtig. Energie- und Rohstoffwerte könnten die Ergebnisse belasten.
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New YorkVor dem Start der mit Spannung erwarteten Bilanzsaison haben sich US-Börsianer zurückhaltend gezeigt. Auf dem Parkett in New York sorgten sich Händler, die jüngste Kurs-Rally könnte nicht von den Ergebnissen der Konzerne gedeckt werden. Hohe Rohstoffkosten und die Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan könnten die Unternehmen ebenfalls belasten, so die Befürchtung.

Der Aluminiumkonzern Alcoa, der den Zahlenreigen nach Börsenschluss eröffnen sollte, gab nach anfänglichen Gewinnen 0,8 Prozent nach. Es sei offen, ob die Konzerne die optimistischen Erwartungen erfüllen könnten, sagte John Carey von Pioneer Investment Management. „Es gibt Raum für Enttäuschung, aber wenn die Firmen die Markterwartungen erfüllen oder sogar überbieten, könnte der Markt eine Rally erleben.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Montag nahezu unverändert auf 12.381 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.352 und 12.444 Zählern gependelt hatte.

Der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 0,3 Prozent auf 1324 Zähler.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,3 Prozent ein und schloss bei 2771 Stellen.

In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent tiefer bei 7204 Punkten.

Der S&P-500 hat in diesem Jahr mehr als fünf Prozent zugelegt. Händler spekulieren deshalb, die erwarteten Gewinne der Konzerne könnten zum Teil bereits in den Kursen abgebildet sein. Experten rechnen für Alcoa mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Dollar nach knapp 4,9 Milliarden Dollar im Vorjahr. Besonderes Augenmerk werden Anleger bei den Quartalszahlen auf den Ausblick der Unternehmen legen. Wegen der Inflationsgefahren stehen Prognosesenkungen im Raum.

Neben Alcoa standen die Börsenbetreiber selbst im Fokus. Die Nyse Euronext wies eine höhere Übernahmeofferte des US-Rivalen Nasdaq OMX zugunsten der Deutschen Börse am Sonntag zurück. In Deutschland sorgte dies bei Investoren für Erleichterung. Die Deutsche-Börse-Aktie legte 0,9 Prozent zu. Die Papiere der Nyse Euronext fielen um 2,9 Prozent, Nasdaq-Anteilsscheine verloren 1,5 Prozent.

Wegen niedrigerer Ölpreise standen Energiekonzerne auf dem Verkaufszettel. Papiere von Occidental Petroleum fielen etwa um 3,2 Prozent. Zu den Verlieren zählte auch der Smartphone-Hersteller Flextronics International. Die in New York gehandelte Aktie des Konzerns aus Singapur büßte 2,6 Prozent ein, nachdem Konkurrent Benchmark Electronics seinen Quartalsausblick wegen einer schwächeren Nachfrage gesenkt hatte.

Zu den Gewinnern gehörten der US-Gesundheitsdienstleister Endo Pharmaceuticals sowie die Papiere der American Medical Systems Holdings. Endo stärkt seine Sparte Urologie und kauft American Medical für 2,9 Milliarden Dollar. Die Endo-Papiere stiegen um 0,5 Prozent, während American Medical Aufschläge von mehr als 30 Prozent verzeichneten.

Zu einem Kurssprung von 146 Prozent setzten die Papiere von Tasty Baking an. Der Großbäcker Flower Foods will den Kuchen-, Donuts- und Brownies-Hersteller für rund 34 Millionen Dollar übernehmen. Flower will vier Dollar je Aktie zahlen - auf diesem Niveau notierten die Papiere dann auch nach dem Kurssprung.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer.

911 Werte legten zu, 2089 gaben nach und 109 blieben unverändert.

An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,06 Milliarden Aktien 885 im Plus, 1711 im Minus und 128 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 1/32 auf 100-12/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,58 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben um01/32 auf 101-21/32 Zähler nach. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,65 Prozent.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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