Wall Street: US-Börsen starten gutgelaunt in den Dezember

Wall Street
US-Börsen starten gutgelaunt in den Dezember

Von schwachen Industriedaten aus China lassen sich US-Anleger nicht beeindrucken – sie kaufen. Die wichtigsten Indizes schließen mit Gewinnen. Im Fokus stehen nach Black Friday und Cyber Monday Einzelhandels-Zahlen.

New YorkGetrieben von Aktien aus der Gesundheitsbranche und dem Einzelhandel hat die New Yorker Börse am Dienstag Gewinne verzeichnet. Der S&P-Gesundheitsindex legte 1,7 Prozent, der Einzelhandelsindex gut ein Prozent zu. Auch die Autoabsatzzahlen wurden von den Anlegern positiv zur Kenntnis genommen.

Etwas gedrückt wurde die insgesamt gute Stimmung durch maue Konjunkturdaten. In der US-Industrie liefen die Geschäfte im November so schlecht wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,5 auf 48,6 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 50,5 Zählern gerechnet. Erstmals seit drei Jahren liegt das Barometer damit unter der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

Die Zinswende in den USA rückt ungeachtet der gemischten Konjunktursignale wohl näher. Notenbankchefin Janet Yellen dürfte im Dezember die erste geldpolitische Straffung seit fast zehn Jahren wagen und das Ende der Nullzins-Ära besiegeln, erwarten die meisten Analysten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss knapp ein Prozent auf 17.888 Punkte höher. Der breiter gefasste S&P-500 stieg rund 1,1 Prozent auf 2102 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 5156 Punkte. Europas Aktienanleger machten dagegen nach einer überraschenden Prognosesenkung des Traditionskonzerns Linde Kasse. Der Dax verlor 1,1 Prozent auf 11.261,24 Punkte, der EuroStoxx50 0,8 Prozent.

Die Anleger warteten auf Signale zum Zeitpunkt der Zinswende in den USA, sagte Stratege Daniel Sugarman vom Broker ETX Capital. Bereits am Donnerstag könnte die Präsidentin der US-Notenbank (Fed), Janet Yellen, erste Hinweise geben, ob es Mitte Dezember tatsächlich zur ersten Zinserhöhung seit der Finanzkrise kommt. Eine wichtige Rolle hierfür dürfte auch der am Freitag anstehende, offizielle Arbeitsmarktbericht für den November spielen.

Ebenfalls schon am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) nach einhelliger Einschätzung von Volkswirten ihre Geldpolitik weiter lockern. Uneins sind die Experten lediglich, welche konkreten Maßnahmen die EZB im Kampf gegen die zu niedrige Inflation ergreifen wird.

Marktexperte Jens Klatt vom Analysedienst DailyFX sprach indes von etwas Nervosität am Markt, nachdem der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende US-Gewerbe im November überraschend zurückgegangen war. Er verwies darauf, dass der Stimmungsindikator auf den niedrigsten Stand seit Juni 2009 und erstmals seit 2012 unter die Wachstumsschwelle gesunken sei.

Das letzte Mal, als sich der ISM-Index in diesem Bereich bewegt habe, habe die Fed erstmals ihre Geldpolitik gelockert, gab Klatt zu bedenken.

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Gewinner und Verlierer am Dienstag

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