Wall Street
US-Börsen vollziehen uneinheitliche Daten nach

Die US-Aktienbörsen haben am Donnerstag nach uneinheitlich ausgefallenen Konjunkturdaten selbst uneinheitlich geschlossen. Anfängliche positive Effekte durch US-Verbraucherpreise wurden später durch einen unerwartet schwachen Konjunkturindex der US-Notenbank (Fed) ausgeglichen.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,13 % im Plus bei 10 558 Punkten. Er pendelte im Verlauf zwischen 10 582 und 10 520 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 zeigte sich kaum verändert bei 1227 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel leicht um 0,15 % auf 2146 Stellen.

Der Handel wurde Börsianern zufolge zunächst durch die weniger als erwartet gestiegenen Verbraucherpreise im August beflügelt. Danach sank jedoch der vielbeachtete Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia auf 2,2 Punkte von 17,5 Zählern im August. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 14,0 Punkte gerechnet. Der Index gibt vergleichsweise verlässliche Hinweise auf die landesweite Entwicklung der US-Industrie.

Analysten sagten, die Zahlen könnten die US-Notenbank Fed dazu veranlassen, ihren Zinserhöhungs-Zyklus zu unterbrechen. Der für die Geldpolitik der Fed verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) kommt am Dienstag zu turnusmäßigen Beratungen zusammen. Analysten erwarten bislang mehrheitlich eine elfte Leitzinserhöhung um wiederum 25 Basispunkte auf dann 3,75 %.

Der Bericht „zeigt, dass das Wirtschaftswachstum nachlässt“, sagte Barry Hyman von Ehrenkrantz, King, Nussbaum. Auch die Daten zu den Verbraucherpreisen stützten die Vermutung, die Fed könne eine Zins-Erhöhung aussetzen. „Die Verbraucherpreisdaten waren gut, aber das war vor Hurrikan „Katrina'“, sagte Joseph Battipaglia von Ryan, Beck & Co. „Trotzdem weiß niemand, was die Fed machen wird. Daher ist der Markt unentschlossen.“

Die Phili-Fed-Zahlen belasteten Händlern zufolge vor allem konjunkturempfindliche Titel, wie die des Schwermaschinenhersteller Caterpillar, die knapp ein Prozent auf 57,74 Dollar verloren. Auch die Papiere des Mischkonzerns 3M gaben um etwas mehr als ein halbes Prozent auf 73,31 Dollar nach.

Spekulationen über ein geplantes Joint Venture der Internet-Such- und Werbedienste der Tochter AOL des US-Medienkonzerns Time Warner und des Softwaregiganten Microsoft beflügelten beide Aktien. Time-Warner-Papiere stiegen um mehr als drei Prozent auf 18,50 Dollar, die von Microsoft schlossen nach Anstiegen im Verlauf fast unverändert bei 26,27 Dollar. Eine mit dem Vorgang vertraute Person nannte den Bericht der „New York Post“ dagegen weit übertrieben.

Zu den Gewinnern gehört auch die Schnellrestaurant-Kette McDonalds. In Erwartung einer Analystenkonferenz in der kommenden Woche legten dessen Titel um mehr als drei Prozent auf 33,45 Dollar zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,55 Mrd. Aktien den Besitzer. 1549 Werte legten zu, 1714 gaben nach und 195 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,72 Mrd. Aktien 1263 im Plus, 1765 im Minus und 166 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 12/32 auf 100-08/32. Sie rentierten mit 4,218 %. Die 30-jährigen Bonds sanken um 32/32 auf 112-29/32 und hatten eine Rendite von 4,515 %.

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