Wall Street
US-Einsatz gegen IS erschüttert US-Börsen

In den USA gehen die Anleger in Deckung. Eingetrübt wird die Kauflaune vom US-Militäreinsatz gegen IS-Terroristen in Syrien. Außerdem sorgt ein Steuergesetz in der Pharmabranche für Wirbel.
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New YorkDie ausgeweitete US-Offensive gegen die Extremistenmiliz IS hat am Dienstag für Vorsicht an der Wall Street gesorgt. Anleger zeigten sich nervös, nachdem die USA und einige arabische Staaten nun auch Ziele des Islamischen Staat (IS) in Syrien bombardieren.

Zusätzlich drückte eine Initiative von US-Präsident Barack Obama zur Bekämpfung von Steuerflucht auf die Kurse. "Der Markt hat nach unstrittigen Gründen gesucht, zu verkaufen und sich vor der Berichtssaison neu aufzustellen", sagte Chef-Marktstratege Peter Kenny von Clearpool Group. "Davon bekommen wir jetzt reichlich."

Der Dow-Jones-Index beendete den Handel 0,7 Prozent tiefer auf 17.056 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,6 Prozent auf knapp 1983 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 0,4 Prozent auf rund 4509 Stellen. In Frankfurt ging der Dax nach schwachen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone mit einem Minus von 1,6 Prozent bei 9595 Punkten aus dem Handel.

US-Anleger reagieren auf neue Steuerregeln

Bei den Einzelwerten bewegten vor allem die Pläne der US-Regierung für ein härteres Durchgreifen bei Unternehmen, die ihren Firmensitz durch Übernahmen und Fusionen in steuergünstigere Länder verlegen und so dem amerikanischen Fiskus entgehen. Die sogenannte Steuerinversion soll sich dank neuer Regeln finanziell künftig weniger lohnen und gestoppt werden.

In New York gingen vor allem Pharmawerte wegen der neuen Steuerregeln auf Talfahrt. Pfizer verloren 0,4 Prozent, Abbott 2,1 Prozent und AbbVie zwei Prozent. Damit steht unter anderem die 55 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Shire durch AbbVie auf der Kippe. Ebenso könnte es den Pfizer-Konzern davon abhalten, seine jüngst abgewiesene Kauf-Offerte über 118 Milliarden Dollar für AstraZeneca nachzubessern.

Für Medtronic ging es um 2,88 Prozent nach unten. Wie seit längerem bekannt ist, will der Konzern seinen Wettbewerber Covidien schlucken. Als Teil des Deals verlegt Medtronic seinen steuerlichen Unternehmenssitz in Covidiens Heimat Irland. Der Staat ist für seine niedrigen Steuersätze bekannt. Als irische Public Limited Company (plc) könnte Medtronic Barmittel in Milliardenhöhe freisetzen.

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