Wallt-Street-Schlussbericht
Finanzwerte reißen US-Börsen ins Minus

Die Sorgen über Kreditmarktkrise und Rezession haben die Anleger an der Wall Street nach wie vor fest im Griff: Auch am Montag drückten insbesondere die Finanzmarktwerte die US-Börsen ins Minus. Große Industriekonzerne mussten ebenfalls Federn lassen. Gerüchte über Liquiditätsprobleme bei Bear Stearns vermiesten die Stimmung zusätzlich.

HB NEW YORK. Gerüchte über Liquiditätsprobleme bei Bear Stearns zogen weitere Bankenwerte ins Minus, obwohl das Finanzinstitut dies als "absolut lächerlich" zurückwies.

Spekulationen über eine außerplanmäßige Zinssenkung der US-Notenbank Fed brachten nur wenig Linderung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 11 926 und einem Tief von 11 731 Zählern. Er verließ den Handel 1,29 Prozent im Minus bei 11 740 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 1,55 Prozent auf 1273 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,95 Prozent auf 2 169 Punkte.

Die Kreditmärkte seien wirklich weiter unter Druck, sagte Joseph Battipaglia von Stifel Nicholas. Seit über ein Schrumpfen der Wirtschaft geredet werde, seien die Investoren sehr defensiv geworden.

Die Anteilsscheine des angeschlagenen Anleiheversicherers Ambac brachen um 23,7 Prozent ein. Das Unternehmen hatte bereits am Freitag Federn lassen müssen, nachdem es bei seiner Kapitalerhöhung mit 1,5 Milliarden Dollar etwas weniger als erwartet eingenommen hatte. Ein Bericht über Ermittlungen wegen des Verdachts auf Wertpapierbetrug belastete die Papiere der größten US-Hypothekenbank Countrywide, die 14 Prozent verloren.

Wie schon am Freitag gab es Sorgen, dass sich die US-Wirtschaft in einer Rezession befindet. "Es wird viel auf emotionaler Basis gehandelt", sagte Stephen Massocca von Pacific Growth Equities. Boeing-Titel gaben um 2,9 Prozent, Aktien von General Electric um 1,6 Prozent nach. Gedämpft wurde die Furcht etwas durch McDonald's. Die Schnellrestaurant-Kette wies für Februar einen Umsatz-Anstieg von 11,7 Prozent aus. Die Aktien legten um 2,9 Prozent zu.

Die Investmentbank Goldman Sachs heizte Zinsspekulationen an. In einer Mitteilung an Kunden schrieb das Finanzinstitut, eine außerplanmäßige Zinssenkung der Fed vor ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am Dienstag kommender Woche könne nicht ausgeschlossen werden. Es gebe einiges an Gerede, dass die Fed möglicherweise keine Woche mehr mit einer weiteren Zinssenkung abwarten werde, sagte Marktexperte Art Hogan von Jefferies & Co in Boston. "Ich weiß nicht, ob das sinnvoll wäre", fügte er hinzu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Milliarden Aktien den Besitzer. 498 Werte legten zu, 2 670 gaben nach und 71 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,13 Milliarden Aktien 670 im Plus, 2301 im Minus und 95 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen auf 100-10/32. Sie rentierten mit 3,462 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen auf 98-16/32 und hatten eine Rendite von 4,468 Prozent.

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