Warten auf US-Zinsentscheidung
Ölpreis fällt - Dax steigt

Der Ölpreis fiel, Grund genug für Investoren, zuzugreifen. Am Morgen überstieg der Dax sogar 4 100 Punkte. Als der Euro für einige Zeit über 1,30 Dollar stieg, dämpfte dies die Kursgewinne jedoch wieder - der Markt sorgte sich um die Exportaussichten der Unternehmen.

HB FRANKFURT. Die weitere Entspannung am Ölmarkt hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch zeitweise über die Marke von 4 100 Punkten geführt. Der deutsche Leitindex Dax legte um 0,59 Prozent auf 4 089,13 Punkte zu. Der MDax gewann 0,84 Prozent auf 5 201,35 Zähler. Der TecDax addierte 0,41 Prozent auf 510,15 Punkte hinzu.

Kurz vor der für den Abend erwarteten Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank hätten sich die meisten Anleger zurückgehalten, sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Bei geringen Umsätzen habe der Ölpreis für eine positive Grundstimmung gesorgt. Obwohl der Euro mit 1,3005 US-Dollar zeitweise ein neues Rekordhoch markiert habe, könnte der Dax am Donnerstag über die 4 100-Punktemarke steigen - wenn die US-Zentralbank am Abend ein positives Bild von der US-Konjunktur male.

Der Dow Jones gewann zum Börsenschluss in Deutschland 0,3 Prozent auf 10 415 Punkte, während der Nasdaq Composite um 0,3 Prozent auf 2 037 Punkte nachgab. Der EuroStoxx 50 zog um 0,27 Prozent auf 2872,66 Punkte an.

Aktien der Lufthansa stiegen um 1,52 Prozent auf 10,66 Euro. „Der sinkende Ölpreis hilft dem Kurs der Lufthansa-Aktie, die ja zuletzt oft wegen des steigenden Ölpreises an Wert verloren hatte“, sagte ein weiterer Aktienhändler aus Frankfurt. Ein dritter Börsianer verwies schließlich auf die bevorstehende Vorlage der Quartalsbilanz, die Analysten zufolge einen steigenden Betriebsgewinn ausweisen wird. Als bester Dax-Wert verteuerten sich die Titel der Deutschen Börse um weitere 2,21 Prozent auf 42,16 Euro.

Am anderen Ende des Kurszettels drückten kritische Analystenstimmen die Versorger ins Minus. RWE verloren 2,29 Prozent auf 40,93 Euro, während Eon um 0,17 Prozent auf 63,11 Euro nachgaben. „Die RWE-Abstufung von JP Morgan trübt die Stimmung nach eher enttäuschenden Zahlen vom Vortag weiter“, sagte Stephan Linz von der BW-Bank. Hinzu komme eine Branchenstudie von Goldman Sachs, die ihre Empfehlung für die europäischen Versorger gesenkt habe.

Im MDax setzten sich Beiersdorf nach Zahlen mit plus 7,08 Prozent auf 80,42 Euro an die Indexspitze. Der Nivea-Hersteller hat in den ersten neun Monaten bei einem steigenden Umsatz ein Plus beim operativen Gewinn verzeichnet. Hingegen gaben ProSiebenSat.1 um 3,97 Prozent auf 13,80 Euro ab. Deutschlands größter TV-Konzern rechnet für das vierte Quartal nicht mit einer starken Umsatzsteigerung.

Epcos-Aktien büßten nach Zahlen 0,33 Prozent auf 12,08 Euro ein. Der Kurs des Laserherstellers Rofin-Sinar zog um 9,68 Prozent auf 28,20 Euro an. „Die Zahlen waren fast doppelt so hoch wie erwartet“, sagte ein Händler.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite auf 3,58 (Dienstag: 3,61) Prozent. Der Rex-Rentenindex stieg um 0,16 Prozent auf 119,45 Punkte. Der Bund Future verlor 0,12 Prozent auf 117,01 Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,2977 (1,2911) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7706 (0,7745) Euro.

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