Wegen Anleihe-Käufen
Griechische Bankaktien stürzen ab

Nachdem der griechische Staat den Ankauf von Anleihen griechischer Banken angekündigt hat, sind die Werte griechischer Banken weiter auf Talfahrt. Anleger und Institute fürchten Schlimmes.
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Frankfurt Die griechischen Bankenwerte haben am Mittwoch ihre Talfahrt im Sog der Ankündigung eines Anleiherückkaufs durch den griechischen Staat fortgesetzt. Die Titel brachen um 5,2 Prozent ein. Der Athener Leitindex notierte 1,1 Prozent niedriger. Die Banken fürchten, dass für sie der Rückkauf der Anleihen in jedem Fall Verluste mit sich bringen wird.

Neben den einheimischen Banken halten vor allem Hedgefonds noch Hellas-Staatsanleihen. Für sie könnte sich der Rückkauf auch lohnen - je nachdem, wann sie die Anleihen zu welchem Preis gekauft haben. Entscheidend für den Erfolg der Aktion sei letztlich, wie viele private Anleger das Angebot der Griechen annehmen werden, erklärten Analysten in Frankfurt und London. Und genau das sei fraglich. Einige Hedgefonds könnten darauf setzen, dass die Kurse der Anleihen steigen werden, je unwahrscheinlicher ein Staatsbankrott Griechenlands werde, erklärte Gabriel Sterne, Ökonom bei Exotix.

Griechenland hat Kreisen zufolge die Deutsche Bank und Morgan Stanley mit der Organisation des Rückkaufs von Staatsanleihen beauftragt. Das sagte ein ranghoher Mitarbeiter des griechischen Finanzministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Derzeit planen wir, dass der Rückkauf auf freiwilliger Basis erfolgt", sagte er. "Wir hoffen, dass Anfang kommender Woche - wenn möglich schon am Montag - die staatliche Finanzagentur PDMA die Ausschreibung für den Rückkauf veröffentlicht."
Griechenland will alte Bonds am Kapitalmarkt zurückzukaufen und damit vom starken Preisverfall der Papiere profitieren. Dadurch sollen die Schulden gedrückt werden. Private Investoren halten noch Anleihen im Wert von rund 60 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfällt auf griechische Banken und Pensionsfonds, der Rest auf Hedge-Fonds, die auf einen solchen Rückkauf spekuliert haben dürften.

Der Preis, den die Griechen den privaten Anlegern anbieten wollen, soll nicht höher als die Schlusskurse der Papiere vom 23. November liegen. In Brüsseler Verhandlungskreisen wurde schon am Montagabend kolportiert, dass ein Angebot von 35 Cent für jeden Euro, den Griechenland in Form von Anleihen schuldet, erwogen wird. Frankfurter Analysten nannten eine Spanne von 30 bis 35 Cent je nach Laufzeiten.

Zehnjährige griechische Anleihen notieren derzeit bei 34,87 Punkten und rentieren 16,29 Prozent. Zum Vergleich: Die entsprechende Bundesanleihe notiert bei 100,93 Punkten und rentiert bei 1,40 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wollten nur anmerken, dass sich im Gegensatz dazu - in meinem Depot sich bisher Lyxor ETF MSCI Greece (LYXOBF), Marfin Investment (AOB4891), Michaniki (894891) und Hellenic Telecom (903456) BESTENS entwickelt haben. Haben Sie einfach etwas mehr Mut zur Investition, das wird fiskalisch gesehen aufregend. Mit dem Sparbuch wird das jedenfalls nix mehr.
    Habe zwar selbst keine Ahnung worauf all die selbsternannten Experten / Co-Kommendatoren noch warten, auskennen tun Sie sich jedenfalls wohl doch nicht besonders. Selten so viel Unsinn gelesen. Wuensche mir viel mehr Niveau, praxisnahe Vorschlaege und sinnvolle Tips, so koennten wir diese offene Plattform des HB viel sinnvoller nutzen.

  • CDUCSUFDPGRÜNESPD - Die Blockparteien machen den Bürgern nach wie vor ein X für ein U vor, und führen unser Land in eine Katastrophe

    Wer eine Umfassende Analyse über die Ursachen und Folgen der Eurokrise lesen will, sollte zu diesem Dossier greifen:
    http://www.freiewaehler.eu/das-euro-desaster/das-euro-desaster/

  • Wer bitte ist so blöd, daß er groß ankündigt etwas kaufen zu wollen, anstatt es still und heimlich zu niederen Kursen aufzukaufen?
    So blöd können nichtmal die EUdSSRler sein.
    Da stimmt was nicht.

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