Welthandelsindex
Die Lage ist besser als die Stimmung

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine verunsichert die Anleger, die Krisenstimmung lässt die russischen Aktien und Anleihen besonders volatil werden und wertet den Rubel ab. Der Welthandel legt aber weiter zu.
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FrankfurtDie politischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine bestimmen die Finanzmärkte nun schon seit einigen Wochen. Auch wenn sich die Börsen in Europa und den USA verhältnismäßig stabil halten, sind die Anleger verunsichert, was die weitere Entwicklung betrifft. Fakt ist, dass die Krisenstimmung bereits Einfluss auf die russische Volkswirtschaft hat. Die Volatilität bei den Anleihe- und Aktienkursen ist hoch. Die heimische Währung, der Rubel, hat seit Jahresbeginn deutlich abgewertet. Doch auf die Industrienationen wirkt sich der Konflikt bislang kaum aus. In vielen Teilen der Welt läuft die Wirtschaft weiter rund. Die USA haben den kalten Winter überwunden, und auch die gesamtwirtschaftliche Nachfragekurve in der Euro-Zone klettert Stück für Stück weiter nach oben.

„Die Lage ist besser als die gegenwärtig getrübte Stimmung“, konstatiert der Kölner Vermögensverwalter Markus C. Zschaber. Der Welthandelsindex (www.welthandelsindex.de), den die gleichnamige Vermögensverwaltungsgesellschaft jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt berechnet, stieg im April leicht auf 71,3 Punkte. Das Barometer fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen – Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport – zusammen, gewichtet sie und verdichtet sie in einem Index. Indexstände von mehr als 50 Punkten deuten auf einen wachsenden Welthandel hin.

Zschaber zufolge ist der Binnenhandel in der Euro-Zone wieder erstarkt, da die Unternehmen mehr investieren und die Verbraucher mehr konsumieren. Darüber hinaus wachse aber auch der Außenhandel, da viele Länder in Europa nach starken Anpassungsprozessen im Zuge der vergangenen Krisenjahre wettbewerbsfähiger geworden seien. Der Vermögensverwalter sieht dabei vor allem im zunehmenden Warenhandel Chinas eine Chance für Europa. Insbesondere die Deutschen seien bekannt für die Produktherstellung in höchster Qualität sowie für Problemlösungen bei komplexen Abläufen.

„Beides wird durch die Schwellenländer zunehmend nachgefragt, hier kommen die Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zum Tragen“, ist Zschaber überzeugt. Daher bleibt er für die Firmen aus den beiden Börsenindizes Dax und MDax im aktuellen Jahr zuversichtlich gestimmt. Als kaufenswert stuft Zschaber den Duft und Aromahersteller Symrise ein. Das Unternehmen habe einen glänzenden Start in das neue Geschäftsjahr erwischt. „Vor allem die Kostendisziplin und gutes Lagermanagement ließen den Cashflow sprudeln“, erklärt er.

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