Wirbelstürme am Golf von Mexiko
Ölpreis bringt US-Börsen unter Druck

Die Furcht vor einer Unterbrechung der Öl- und Gaslieferungen aus dem Golf von Mexiko durch Tropenstürme hat am Mittwoch den Ölpreis in den USA auf ein neues Allzeit-Hoch getrieben. Das hat die Laune der Anleger an der Wall Street gründlich verdorben.

HB NEW YORK. Der Dow Jones Index der Standardwerte verließ den Handel 0,97 % tiefer mit 10 271 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 10 380 und 10 268 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,83 % auf 1195 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,49 % auf 2069 Stellen.

Die überraschende Belebung der Geschäftstätigkeit in der US-Dienstleistungsbranche im Juni verpuffte Händlern zufolge nahezu wirkungslos. "Derzeit veröffentlichte Konjunkturdaten interessieren offenbar niemanden angesichts der möglichen Stürme", sagte Jay Finkel von Lord Abbett & Co. Der Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) war im Juni auf 62,2 Punkte nach 58,5 Punkten im Mai gestiegen.

Die Tropenstürme hatten Händlern zufolge auf dem Börsenparkett Befürchtungen über die Öl-Versorgung geweckt und den Ölpreis auf mehr als 60 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) anziehen lassen. Zumeist belasten hohe Ölpreise die Aktienmärkte, weil sie steigende Ausgaben für Firmen vor allem in energieintensiven Wirtschaftszweigen bedeuten - etwa in den Branchen Transport oder Chemie - und zudem für Kaufzurückhaltung der Verbraucher sorgen. "Die Veränderung des Rohölpreises ist witterungsbedingt und das Wetter ändert sich", sagte jedoch Elliot Spar von Ryan Beck & Co. "Der Anstieg ist vorübergehend und der Markt weiß das." Dagegen meinte Benjamin Pace von der Deutsche Bank Private Wealth Management: "Ölpreise über 60 Dollar sind eine beträchtliche Hürde. Der Ölpreis ist offenbar der Hauptgrund für die Verluste der Aktien."

Wegen potenzieller Schäden durch sich nahende Stürme wollten die Anleger von ihren sonst favorisierten Energietiteln nichts mehr wissen. Sie stießen Papiere wie die des weltgrößten Energiekonzerns Exxon Mobile und des Konkurrenten Chevron ab und drückten damit die Kurse um gut 1,7 % auf 59,11 Dollar, beziehungsweise um knapp 2,4 % auf 57,16 Dollar.

Auch Titel von Unternehmen wie des Industrie-, Luft- und Raumfahrtkonzerns United Technologies und des Schwermaschinenherstellers Caterpillar, die sensibel auf steigende Energiepreise reagieren, gerieten in den Strudel. UTC-Aktien verloren mehr als zwei Prozent auf 50,55 Dollar, Caterpillar-Titel verloren knapp ein Prozent auf 95,30 Dollar.

Eine höhere Gewinnschätzung der Investmentbank JP Morgan für den weltgrößten Handy-Chiphersteller Texas Instruments (TI) verleitete dagegen die Investoren zu Käufen. Damit trieben sie den Kurs der TI-Aktien um ein knappes Prozent auf 29,20 Dollar in die Höhe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,46 Mrd. Aktien den Besitzer. 1400 Werte legten zu, 1903 gaben nach und 150 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,58 Mrd. Aktien 1268 im Plus, 1748 im Minus und 176 unverändert. An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 9/32 auf 100-13/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,074 %. Die 30-jährigen Bonds legten im Kurs um 21/32 auf 116-3/32 Punkte zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,328 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%