Yahoo dämpft Optimismus
US-Börsen schließen deutlich im Minus

Unter den Erwartungen vieler Anleger ausgefallene Quartalszahlen des Internetunternehmens Yahoo sowie enttäuschende Konjunkturdaten haben am Donnerstag den Optimismus an der Wall Street gedämpft und die US-Aktienmärkte deutlich ins Minus gedrückt.

Reuters NEW YORK. Börsianer zeigten sich enttäuscht darüber, dass der erste Geschäftsbericht eines großen Technologieunternehmens keine positiven Überraschungen gebracht habe. Dies nähre Befürchtungen, dass der fast vier Monate dauernde Kursaufschwung, der den Nasdaq-Index um 37 Prozent in die Höhe katapultiert hat, vor allem im Technologiesektor übertrieben gewesen sei.

Hoffnungen auf eine nachhaltige Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft sowie der Unternehmensergebnisse hatten die Börsenbarometer in den vergangenen vier Monaten kräftig nach oben getrieben. Zuletzt waren unter den Investoren aber zunehmend Zweifel aufgekommen, ob die anstehenden Quartalsbilanzen und Konjunkturdaten die hoch gesteckten Erwartungen erfüllen und das erreichte hohe Kursniveau unterstützen werden. Dies hatte zu verstärkten Gewinnmitnahmen geführt.

„Es bestehen allgemein Sorgen, wie stark das Gewinnwachstum ausfallen wird, insbesondere im Technologiesektor“, sagte Michael Kayes von Eastover Capital Management. Die Investoren seien nervös, weil es keine klaren Trend dafür gebe, dass die Unternehmensgewinne steigen werden. „Sie sind skeptisch in Bezug auf die Gewinne und die Wirtschaft“, fügte er hinzu.

Yahoo hatte am Vorabend bekannt gegeben, seinen Quartalsgewinn mehr als verdoppelt zu haben. Das Ergebnis lag zwar im Rahmen der durchschnittlichen Analysten-Prognosen. Viele Anleger verkauften die Papiere aber, weil sie noch bessere Zahlen erwartet hatten. Yahoo-Aktien gehörten zu den am meisten gehandelten Titeln an der Nasdaq. Ihr Kurs fiel um 7,74 Prozent auf 32,56 Dollar.

Der Konjunkturoptimismus wurde zudem durch neue Arbeitsmarktdaten getrübt, die schlechter als erwartet ausfielen. So stieg die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche geringfügig an, während Volkswirte mit einem Rückgang gerechnet hatten.

Auch Papiere von Einzelhandelsunternehmen gerieten nach Angaben von Händlern in das Visier der Anleger, nachdem einige führende Konzerne der Branche zwar den Erwartungen weitgehend entsprechende Umsatzzahlen für Juni vorgelegt, aber ihre Gewinnprognosen reduziert hatten. Die Aktien des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart fielen um 0,23 Prozent auf 55,63 Dollar, nachdem sie zwischenzeitlich um mehr als 1,3 Prozent eingebrochen waren.

Die Aktien des Energieunternehmens Mirant wurden besonders rege gehandelt. Der Kurs brach um mehr als 15 Prozent auf 2,29 Dollar ein. Zuvor hatte ein Analyst der Investmentbank Merrill Lynch von einer zunehmenden Wahrscheinlichkeit gesprochen, dass Mirant Insolvenz anmelden müsse.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,44 Milliarden Aktien den Besitzer. 945 Werte legten zu, 2 300 gaben nach und 186 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,7 Milliarden Aktien 1061 im Plus, 2112 im Minus und fünf unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 2/32 auf 99-19/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,673 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren dagegen 4/32 auf 110-8/32 Zähler und rentierten mit 4,707 Prozent.

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