Yen-Außenwert deutlich gestiegen
Nikkei verliert fast 400 Punkte

Ein starker Yen und schwache Vorgaben aus den USA haben die asiatischen Börsen am Montag deutlich belastet. Der japanische Leitindex fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand des Jahres. Der Dollar gab zu Wochenstart weiter nach und verstärkte damit den Druck auf Exporteure.

HB TOKIO. Die Talfahrt an der Tokioter Aktienbörse hat sich am Montag angesichts der andauernden Kreditkrise in den USA und der rasanten Festigung des Yen fortgesetzt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sank mit 15 197,09 Punkten auf den tiefsten Stand seit dem 7. August 2006. Das Börsenbarometer büßte 386,33 Punkte oder 2,48 Prozent ein. Zwischenzeitlich war es unter die psychologisch wichtige Marke von 15 000 Punkten gefallen. Der breit gefasste Topix gab deutlich um 37,95 Punkte oder 2,54 Prozent auf den Endstand von 1 456,40 Punkten nach.

Belastend wirkte sich die rasante Festigung des Yen aus. So fiel der Dollar zur japanischen Währung angesichts der ernsten Kreditkrise in den USA erstmals seit rund 18 Monaten kurzzeitig unter die Marke von 110 Yen. Zum Mittag notierte die US-Währung mit 110,40-45 Yen nach 112,65-68 Yen am späten Freitag. Auch der Euro gab zum Yen stark nach und lag bei 161,77-82 Yen, nachdem er am späten Freitag noch 165,66-70 Yen gekostet hatte. Zum Dollar wurde der Euro mit 1,4648-53 Dollar gehandelt nach 1,4703-06 Dollar am späten Freitag.

Auch die Börsen in Shanghai Singapur, Seoul, Taiwan und Hongkong verzeichneten Verluste.

Der starke Yen zog vor allem Exportwerte in Mitleidenschaft. So gaben Honda-Titel um über drei Prozent nach, die Aktien von Canon schlossen knapp 2,7 Prozent im Minus, ebenso die Anteilsschein von Toyota. Auch die drei größten japanischen Banken, die Mizuho Financial Group, die Mitsubishi UFJ Financial Group und die Sumitomo Mitsui Financial Group verbuchten Verluste. "Wir sind an dem Punkt angelangt, wo einfach alles Angst einflößend zu sein scheint und es schwer ist, an das zu glauben, was Finanzinstitute einem raten“, sagte ein Händler einer großen japanischen Bank. Einen der wenigen Lichtblicke bot am Montag die Aktie der größten Telefongesellschaft Nippon Telegraph and Telephone Corp, die um 1,2 Prozent zulegte.

Auch die US-Börsen hatten am Freitag schwächer geschlossen: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel am Freitag an der Wall Street um 1,7 Prozent schwächer bei 13 043 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,4 Prozent auf 1 454 Zähler, der Technologie-Index Nasdaq 2,5 Prozent auf 2 628 Stellen. Im Wochenverlauf sank der Dow um 4,1 Prozent, der S&P-500 um 3,7 Prozent und der Nasdaq um 6,5 Prozent.

Ein Euro kostete in Fernost 1,4633 Dollar nach 1,4674 in späten New Yorker Handel am Freitag. Zur japanischen Währung notierte der Dollar bei 110,15 Yen nach 110,76 Yen in den USA.

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